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Mihr
Ulrich Mihr: Das Recht zum Krieg. Von der Rechtfertigung der Gewalt zwischen Völkern und Nationen. Die Geschichte einer Lüge mit langen Beinen
München: Knaur, 1984. Broschiert, 160 Seiten – rezension Linksrezension Literatur
Während Uwe Steinhoff: Moralisch korrektes Töten (rezension Links) eine aktuelle Bestandsaufnahme der philosophischen Diskussion vom liberalen Standpunkt aus ist, nimmt Ulrich Mihr eine historische Bestandsaufnahme von einem bewusst gewaltfreien Standpunkt vor.
Der allgemein verbreiteten Haltung: Wir können nichts dagegen tun, es kommt zu Kriegen, setzt der Autor die Frage dagegen: "Warum soll es keinen menschlichen Fortschritt zum Frieden geben?" Der Versöhnungsbund (rezension Links) wird nicht müde zu ergänzen: Wir haben es bis jetzt nie ernsthaft probiert.
Ich erinnere mich an die Jugoslawienkriege. Meine Kritik der Bombardierungen und der Alternative von gewaltfreier Konfliktbeilegung wurde entgegenhalten: Dieses eine Mal noch seien sie noch notwendig, dann kann man Geld in Friedensmassnahmen (statt in Militär und Aufrüstung) pumpen. Wie vorauszusehen wurde die (angebliche) Chance nie ergriffen.
Den Gang durch die Geschichte belegen die Kapitel
2. Die Griechen: »Krieg als Mittel des Erwerbs«
3. Die Römer: »Das Ziel des Krieges ist der Frieden«
4. Augustinus: »Bekehrung mit Gewalt«
5. Thomas von Aquin: »Krieg auf Geheiß der Obrigkeit«
6. Francisco de Vitoria: »Das Naturrecht des Friedens«
7. Die Puritaner und die Renaissance des heilgen Krieges
8. Der heilige Krieg im Islam
9. Die Unfehlbarkeit der Nation in der Französischen Revolution
10. Krieg als Naturgesetz bei Darwinisten und Rassisten
Die historische Betrachtung zeigt den unheilvollen Einfluß des Christentums auf die Lehre vom Gerechten Krieg. Immer wieder und immer weitgehender wurde der Krieg durch christliche Theologen sanktioniert.
Diesem lehrreichen Gang durch die Geschichte folgt ein kurzes Abschlusskapitel
11. Die Bedrohung des Weltfriedens durch politische Religionen (S. 153-158).
Das kommt zu kurz. Leider werden inzwischen wieder mehr Krieg aus religiösen oder quasi-religiösen Gründen geführt; die Verteilungskriege (Öl, Wasser, ...) gesellen sich dazu.
Man könnte meinen, dass ein Traktat aus der Zeit der Pershingraketen und des Kalten Krieges überholt ist. Leider ist diese Meinung verfehlt. Dieses Buch ist notwendiger denn je, vor allem für den, der sich für den historischen Hintergrund interessiert. Die aktuelle Situation kommt nicht mehr zur Sprache.
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.10.2007