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Reuben Fine
Merksätze fürs Endspiel (und andere) u.a. aus Reuben Fine: Basic Chess Endings
Fine LinksFine Literatur
  1. Doubled, isolated and blockaded Pawns are weak: Avoid them!
  2. Passed Pawns should be advanced as rapidly as possible.
  3. If you are one or two Pawns ahead, exchange pieces but not Pawns.
  4. If you are one or two Pawns behind, exchange Pawns but not pieces.
  5. If you have an advantage, do not leave all the Pawns on one side.
  6. If you are one Pawn ahead, in 99 cases out of 100 the game is drawn if there are Pawns on only one side of the board.
  7. The easiest endings to win are pure Pawn endings.
  8. The easiest endings to draw are those with Bishops of opposite colors.
  9. The King is a strong piece: Use it!
  10. Do not place your Pawns on the color of your Bishop.
  11. Bishops are better than Knights in all except blocked Pawn positions.
  12. Two Bishops vs. Bishop and Knight constitute a tangible advantage.
  13. Passed Pawns should be blockaded by the King; the only piece which is not harmed by watching a Pawn is the Knight.
  14. A rook on the seventh rank is sufficient compensation for a Pawn.
  15. Rooks belong behind passed Pawns
Merksätze fürs Endspiel – Meine Übersetzung ins Deutsche
  1. Doppelbauern, isolierte und blockierte Bauern sind schwach: Vermeide sie!
  2. Freibauern sollten so schnell wie möglich vorwärts drängen.
  3. Wenn du einen oder zwei Mehrbauern hast, tausche Figuren, aber keine Bauern.
  4. Wenn du einen oder zwei Bauern weniger hast, tausche Bauern, aber keine Figuren.
  5. Wenn Du einen Vorteil hast, sorge dafür, dass nicht alle Bauern auf einer Seite verbleiben. (Denn:)
  6. Mit einem Mehrbauern sind 99 % der Endspiele remis, wenn alle Bauern auf einem Flügel sind.
  7. Die Endspiele, die am einfachsten zu gewinnen sind, sind reine Bauernendspiele.
  8. Die Endspiele, die am einfachsten remis zu halten sind, sind Endspiele mit Läufern ungleicher Farbe.
  9. Der König ist eine starke Figur: Setze ihn ein!
  10. Setze Deine Bauern nicht auf die Farbe Deines Läufers. (1)
  11. Läufer sind den Springern in allen Positionen überlegen, mit Ausnahme in solchen, in denen blockierte Bauern auftreten. (2)
  12. Das Läuferpaar ist ein spürbarer Vorteil gegenüber Läufer und Springer.
  13. Gegnerische Freibauern sollten durch den König blockiert werden; ein Springer hemmt einen Bauern ohne Einbusse.
  14. Ein Turm auf der 7. Reihe ist eine ausreichende Kompensation für einen Bauern.
  15. Türme gehören hinter Freibauern. (3)
Anmerkungen
(1) Wenn man das Läuferpaar hat ist diese Forderung hinfällig. Endspiel
(2) Der erste Teil der Aussage gilt nur bedingt.
(3) Sowohl hinter die eigenen als auch hinter die gegnerischen. Diese Regel formulierte schon Siegbert Tarrasch (1862-1934), siehe unten Tarrasch Tarrasch-Regel. Und ich setze jetzt nicht – wie nahezu jeder, der Tarrasch erwähnt – hinzu, dass er den Beinamen Praeceptor Germaniae hatte.
All diese Grundsätze sind cum grano salis, also nur einschränkt zu verstehen.
„Schachwissen und Schachverständnis sind in den letzten 50 Jahren enorm gewachsen, die Lehrbücher konnten aber häufig nicht mit dem Strom neuer Ideen Schritt halten. Das Schach zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist viel dynamischer als das Schach früherer Tage, und nicht wenige der eherenen Prinzipien unserer Altvorderen gelten heute bestenfalls noch als Halbwahrheiten.“ (Nunn 2002, S. 6; Fine Literatur)
Dazu zwei weitere Anmerkungen:
Basic Chess Endings erschien erstmals 1941. Darauf trifft also Nunns Einschränkung nur zu gut zu.
• John Nunns Befund betrifft sehr viel stärker Eröffnung und Mittelspiel als das Endspiel.
Tarrasch-Regel für Turm und Freibauer

Die Tarrasch-Regel: „Türme gehören hinter die Freibauern” gehört zum Kleinen Einmaleins des Schachspielers. Da Siegbert Tarrasch  (1862-1934) sie mehrfach postulierte kursieren verschiedene Versionen und Datierungen. Die englische Wikipedia beispielsweise schreibt unter "Tarrasch rule" das Originalzitat dem 1938 erschieenen Werk Das Schachspiel zu.

Tarrasch stellte die Regel aber mindestens bereits 1908 auf.
„Die Türme gehören hinter die Freibauern, hinter die eigenen wie hinter die feindlichen.” S. 111
Siegbert Tarrasch: Der Schachwettkampf Lasker - Tarrasch um die Weltmeisterschaft im August–September 1908. Hamburg: Jens-Erik Rudolph, 2009. [Erstausgabe: Veit: Leipzig, 1908]

Richtig ist, dass die Formulierung von 1938 präziser ist:

"Die Türme gehören hinter die Freibauern, hinter die feindlichen, um sie aufzuhalten, hinter die eigenen um ihr Vorgehen zu unterstützen. Diese günstige Stellung des Turmes wirkt oft entscheidend." S. 31, Das Schachspiel. Systematisches Lehrbuch für Anfänger und Geübte. Hamburg: Jens-Erik Rudolph, 2009. Erstausgabe 1931)

Dabei ist „hinter” bezüglich der Laufrichtung des Bauern zu verstehen. Die Freibauern streben nach vorne und je weiter sie nach vorne gelangen, desto mehr Bewegungsfreiheit hat ein dahinterstehender Turm, beispielsweise zum Abschneiden des gegnerischen Königs auf einer Reihe oder für Seitenschachs. Die Deckung des eigenen Freibauern durch den Turm von der Seite ist die zweitgünstigste (er kann schnell die Flügel wechseln), die Stellung vor dem eigenen Freibauer ist in der Regel die schlechteste.

Aaron Nimzowitsch (1896 – 1935) schrieb über den Turm hinter seinem Freibauern:
„Der Turm wirkt enorm, da er dem Freibauern Leben von seinem Leben einhaucht.” S. 97, Mein System. Ein Lehrbuch des Schachspiels auf ganz neuartiger Grundlage. Hamburg: Jens-Erik Rudolph, 2010, [1931].
Links
SchachReuben Fine's 15 Endgame Rules
SchachReuben Fine „Basic Chess Endings“ – Wikipedia
SchachSchachmatt-Setzen
FineSchachproblem von Lord Dunsany
TarraschTarrasch rule
Literatur
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Fine FineReuben Fine: Basic Chess Endings. Random, 2003. Taschenbuch, 586 Seiten Nunn
John Nunn: Schach verstehen. Zug um Zug. London: Gambit, 2002. Taschenbuch, 272 Seiten Nunn
Nimzowitsch Fine Aaron Nimzowitsch, Jens-Erik Rudolph, Hg.: Mein System: Ein Lehrbuch des Schachspiels auf ganz neuartiger Grundlage. Hamburg: Jens-Erik Rudolph, 2010. Taschenbuch: 268 Seiten

Tarrasch
FineSiegbert Tarrasch: Das Schachspiel. Die Originalfassung. Anaconda, 2006. Gebunden, 488 Seiten Tarrasch
Siegbert Tarrasch,  Jens-Erik Rudolph, Hg.: Der Schachwettkampf Lasker - Tarrasch: um die Weltmeisterschaft im August-September 1908. Hamburg: Jens-Erik Rudolph, 2009. Taschenbuch, 136 Seiten Tarrasch
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Reuben Fine
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 6.1.2017