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Wasserburg
Kombinationen, Partien u.a. von Wasserburger Schachspielern in der Literatur
Wasserburg 
WasserburgJosef GererWasserburg Martin GrundherrWasserburg Philipp SchlosserWasserburg Arnulf WestermeierWasserburg Links

Seit Jahrzehnten brachte der SK Wasserburg immer wieder Spieler hervor, die auch auf überregionaler Ebene bis zur internationalen grosse Taten vollbrachten.
Hier folgt eine Auswahl, die lediglich dadurch gefiltert wird, dass es sich um Kombinationen, Partien usw. handelt, die in der nationalen oder internationalen Literatur veröffentlicht wurden.
GM Philipp Schlosser
Nicht verwandt – trotzdem beide aus dem Rosenheimer Landkreis stammen – und nicht zu verwechseln mit Hans Schlosser (* 2. Jan. 1949), 1990 Sieger des Silberpokalturniers Bad Aibling (Wasserburg Links). Von Hans Schlosser wurde eine Fernschachpartie in zahlreiche Schachwerke (beispielsweise in Polgár, László (1994): Chess. Training in 5333 + 1 Positions. Köln: Könemann, S. 930) aufgenommen. Er gewann in dieser 1968 kombinatorisch gegen Katchev (wer immer das ist).
Auf Partien von GM Philipp Schlosser wird in zahlreichen Büchern und noch mehr Zeitschriften hingewiesen. Hier wird nur ein Bruchteil erwähnt:
  • Schlosser – Dennis Wagner 0:1, Baden-Baden 2014; in: Rätsch, Heinz, Fietz, Harald (2015): Siegerwege 001 - Sizilianische Wendepunkte & Schlagvariante. Berlin: Schach Wissen, S. 205
  • Kuthan – Schlosser 1/2:1/2, Österreich 2009; in: Antic, Dejan, Branimir Maksimovic (2014): The Modern Bogo 1.d4 e6: A Complete Guide for Black. Alkmaar, NL: New in Chess.

Plischki
Philipp Schlosser – S. Plischki
Pardubice 2013

Weiß am Zuge
Schlosser hat ab dem 11.Zug Material für Angriff geopfert und erntet mit dem nächsten Zug die Früchte.

17. Tc5
Schwarz gab auf
Schachmagazin 9/2013, S. 26-27

Shengelia Philipp Schlosser – D. Shengelia
Jenbach – Baden, Österreichische BL 2012/13

Weiß am Zuge
Der Sc4 steht unter Druck, dahinter steht die Dame.
Mit
20. Sd6 entfesselt sich Schlosser geschickt. Nach
20. ...     Dd7
21. Sxc8 Txc3
22. Txc3 kam Weiß materiell und positionell in Vorteil und gewann im 27. Zug.
Schach 5/2013, S. 58-50

Vogt
Philipp Schlosser – Lothar Vogt
OSG Baden Baden – SC Eppingen, BL 2011/12
Weiß zieht und gewinnt

Schwarz hatte soeben mit
38. ....     De6 unter Zeitdruck gepatzt.
Das läßt sich Schlosser nicht entgehen
39. Txd4 exd4
40. Sc5    De7
41. Sxb7 Dxb7
42. Dxd4

Mit sicherem Spiel verwertete Weiß den Vorteil und Schwarz gab im 54. Zug auf.
Europa-Rochade 5 (2012) S. 19

Raetsky
Philipp Schlosser – Alexander Raetsky / Rajetski
Capelle la Grande 2003
Weiß zieht und gewinnt

Wenn Weiß den Turm nimmt kann Schwarz Dauerschach geben. Solange die schwarze Dame auf der e-Linie tänzelt kann nicht einmal der Springer seinen König schützen, da sonst die weiße Dame auf e7 futsch ist.
Doch Weiß hat eine Kombination mit einem Spieß.
49. Df8† Kh7
50. Sf6† Kg6
51. Dg8† da wollte Schwarz nicht mehr, 1 : 0.
Das kann man angesichts 51. ..... Kxf6 52. Dh8† gut verstehen.
(Speelman 2009, S. 28, S. 108)
Speelman, Jon (2009): Jon Speelmans Buch der Schachaufgaben. London: Gambit
Kotlyar
Philipp Schlosser – Dimitri Kotlyar
Stuttgarter Stadtmeisterschaft 2001

11. d5 Doppelangriff auf Sc6 und Bauer c5
11. ....   Td8 Schwarz antwortet mit einer Fesselung 
Doch jetzt kommt der für Schwarz wohl überraschende Hammer:
Kotlyar 12. dxc6! Txd1

13. Tfxd1
bxc6?
Mehr Probleme bereitet
13. ... h6.
Darauf plante Schlosser
14. Tac1 bxc6 15. Txc5 Dg4 16. Txc6 Le6 17. b3
Die folgenden Züge sind mehr oder weniger erzwungen:
14. Td8+ Lf8
15. g4      Dxg4
16. Lh6   Lb7
17. Tad1 Da4
18. Lxf8 und Schwarz gab offensichtlich frustriert, zurecht, aber etwas vorzeitig auf.
Imre Pal: Gewinnen mit Damenopfer. Kecskemét, 2009. S. 45

Jussupow Artur Jussupow – Philipp Schlosser
Bundesliga 97/98 Solingen – Passau, 6.12.1997

Jussupow prüft und verwarf die Kandidatenzüge
19. De5 und 19. dxe6. Er gewann mit
19. Sg5  h6
20. Lh7† Kh8
21. Sxf7
† Kxh7
22. Dc2
† Kg8
23. Sxh6
† gxh6
24. Dg6
† Kf8
25. Dxh6
† Kg8
26. Dg6
† Kf8
27. Df6
† Kg8
28. Te5  1 : 0
(Jussupow 2006, S. 36–27)
Jussupow, Artur (2006): Schachunterricht. Nördlingen: Jussupow Schachakademie.
1990 Schachoscar der deutschen Fachpresse für eine Kombination gegen István Csom in Budapest
Petursson Philipp Schlosser – Margeir Petursson
München 1989
Weiß zieht und gewinnt

Die Kombination mit einer Studie als Hintergrund findet man Wasserburg hier.

In Druckform ist sie zu finden in Pandolfini 1991, S. 168; Pfleger 1992, S. 108, 175; Vámos 2010, S. 191, 281; Vámos 2011, S. 197, 312. 
Pandolfini, Bruce (1991): Chessercizes. For Players of all Levels. New York: Simon & Schuster
Pfleger, Helmut (1992): Taktik und Witz im Schach. 150 Texte mit Lösungen aus Die Zeit Zeitmagazin. Zürich: Edition Olms.
Vámos, Viktor (2010): Schachtaktik für Fortgeschrittene. Keskemét: Caissa Chess Books.
Vámos, Viktor (2011): Schachtaktik für Fortgeschrittene 2. Keskemét: Caissa Chess Books.
Martin Grundherr
(1967 – 29. Feb. 2008)
Martin wurde von der SG Vogtareuth-Prutting entdeckt, er spielte später für den SK Wasserburg, dann für die SG Pang/Rosenheim bis zur Bundesliga. Trotzdem gab er uns in Wasserburg auch während dieser Zeit noch wöchentliche Trainingsstunden!
1986 Sieger des Silberpokalturniers Bad Aibling Wasserburg Links
FM Arnulf Westermeier
Man sagt, mit maximal 5-6 Verbindungen kennt man jeden lebenden Menschen persönlich. Wieviel Schachgegner-Verbindungen in (ernsten) Partien benötigt man zu einem Schachweltmeister? Wer gegen Arnulf Westermeier (Deutscher Jugendmeister 1966) am Brett sass braucht insgesamt nur zwei. Als Westermeier in der Bundesliga spielte kreuzte er mehrmals mit Boris Spassky die Klingen. Ein Matt in 2 (leider gewinnt Spassky Spassky) ist in Online-Sammlungen, z.B. hier: Westermeier10,000 Chess Puzzles: Mate in 2 zu finden.
Spassky Boris Spassky – Arnulf Westermeier
Solingen–Bayern München [Brett 1],
Bundesliga 1981/82, 1982


Stellung nach 57. Lg5 e3
Weiß zieht und Westermeier gibt auf. Das folgende Matt wollte er sich nicht zeigen lassen.

58. Tf6†

Westermeier
Arnulf Westermeier – Jörg Weidemann
Bayern München–SV 03/25 Koblenz
(meine Recherche) Bundesliga 1981/82, 1982


Stellung nach 14. Tde1
Die Partie endete in wenigen Zügen remis.
Peter Lalic fand sie bedeutsam, da Schwarz nach
13. Lxg4 Lxg4 im Beschleunigten Drachen Ausgleich erhalten hat. Er nahm daher diese "alte" Bundesligapartie in sein Play the Accelerated Dragon. London: Everyman Chess, 2014 (S. 77) auf.
Josef Gerer
1966 Sieger des Silberpokalturniers Bad Aibling Wasserburg Links
Nur einem Wasserburger Spieler blieb es vorbehalten in der berühmten Enzyklopädie des Schachmittelspiels 1980 vertreten zu sein, wenn auch leider mit einer Kombination gegen ihn.
Klundt Klaus Klundt – Josef Gerer
Völklingen 1970

Weiß zieht und gewinnt
15. Sxd5 exd5
15. ... g6 16. Txc8 Lxc8 17. Sxe7† Dx7
4. Lg6 +–
16. Sxd7
16. Lxh7† und 1:0 geben hier die Online-Datenbanken an. Da nach Lxh7† Schwarz noch kämpfen könnte, wird der Fortsetzung in der Mittelspielenzyklopädie der Vorzug gegeben.
16. ..... Dxd7 17. Lxh7†
und jetzt 1 : 0.
Auf 17. ..... Kh8 würde 18. Lf5† folgen und
auf 17. ...... Sxh7 4. Dxd7
(Matanovic 1980, #769)
Matanovic, Aleksandar, Hg. (1980): Enzyklopädie des Schachmittelspiels. Belgrad: Chess Informant

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne”, Prediger 1,9
Fast dieselbe Stellung stand schon in einem Turnier 36 Jahre zuvor am Brett ...
Frydman
Paulino Frydman – Milan Vidmar
Ujpest 1934

15. Sxd5 g6
15.  ... exd5 16. Sxd7 Dxd7 17. Lxh7†
16. Sxe7† Dxe7
17. Lxc4   Txc4
18. Txc4   bxc4
19. Lg5 1-0

Links
SchachKlaus Klundt
WasserburgPandolfini, Bruce (1991): Chessercizes. New York: Simon & Schuster
SchachMargeir Pétursson
SchachPhilipp Schlosser
Wasserburg Philipp Schlosser – Margeir Petursson, München 1989
SilberpokalDie bisherigen Sieger des Silberpokalturnieres in Bad Aibling
VogtLothar Vogt
Wasserburg Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany,  19.5.2015