Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Berkeley
Berkeleys Argument mit dem Mikroskop
aus den „Three Dialogues between Hylas and Philonous“
1 Überblick
2 Berkeleys Argument mit dem Mikroskop
  2.1 Text im First Dialogue
  2.2 Explikation des Arguments
    2.2.1 Interpretation des Dialogs
2.2.2 Verhältnis zum Common sense
    2.2.3 Auffälligkeiten
3 Auswirkungen
  3.1 Folgerung in zwei Abstufungen
  3.2 Standardsituation
  3.3 Optionen aus dem Argument mit dem Mikroskop
4 Kritik des Arguments
  4.1 Ausschließlichkeitsprinzip („exclusion principle")
    4.1.1 Erläuterung
    4.1.2 Ausschließlichkeitsprinzips nicht anwendbar
  4.2 Zerteilungsprinzip („dissectivity principle")
    4.2.1 Erläuterung
    4.2.2 Zerteilungsprinzip für Farben unzutreffend
  4.3 Prinzip der ontologischen Reduzibilität
    4.3.1 Erläuterung
    4.3.2 Prinzip der ontologischen Reduzibilität unzutreffend
  4.4 Wechsel des Standards
5 Argument mit dem Mikroskop stützt nicht die Objektivität der Farben
Literatur
1 Überblick
In George Berkeleys Three Dialogues, einem fiktiven Streitgespräch zwischen Philonous und Hylas, argumentiert Philonous (Fn 1) dafür, daß es Objektives unabhängig vom Subjektiven nicht gibt. Insbesondere bestehen die Farben nur als Farbempfindungen im Bewußtsein. Eines der Argumente, die Philonous für seine These vorbringt, ist das Argument mit dem Mikroskop, in der angelsächsischen Literatur als „argument from microscopes“ bekannt.
Ich werde dieses Argument Berkeleys darstellen und zeigen, warum es nicht gültig ist. Treffen meine Ausführungen zu, ist weder der Standpunkt Philonous' noch gar die Subjektivität von Farben widerlegt. Philonous gibt für seine Position weitere Argumente, die hier nicht diskutiert werden, aber durchaus stichhaltig sein können. Jedoch kann nach meiner beabsichtigten Widerlegung das griffige und oft zitierte Argument mit dem Mikroskop nicht mehr gegen die Objektivität der Farben verwendet werden.
berkeley Anfang
2 Berkeleys Argument mit dem Mikroskop
2.1 Text im First Dialogue

Das Argument mit dem Mikroskop im ersten Dialog der Three Dialogues steht in einer Reihe von mehreren gleichartigen Argumenten. Diese behandeln Hitze und Kälte, Geschmack, Geruch, Farbe und schließlich auch primäre Eigenschaften wie Ausdehnung und Gestalt. Alle Argumente haben eine doppelte Stoßrichtung: dem Materialismus Widersprüche nachzuweisen und den Idealismus nach Art Berkeleys („esse est percipii“) zu stützen. Man kann sie unter dem Titel „Argumente für die Relativität der Wahrnehmung“ zusammenfassen (Fn 2). Hier soll es nur um die Farben gehen und dafür ist das folgende Argument mit dem Mikroskop aus Berkeleys Three Dialogues einschlägig.
Phil.: Is the dearest and exactest survey made by the help of a microscope, or by the naked eye ? Hyl.: By a microscope, doubtless.
Phil.: But a microscope often discovers colours in an object different from those perceived by the unassisted sight. And, in case we had microscopes magnifying to any assigned degree, it is certain that no object whatsoever, viewed through them, would appear in the same colour which it exhibits to the naked eye.
Hyl.: And what will you conclude from all this? You cannot argue that there are really and naturally no colours on objects: because by artificial managements they maybe altered, or made to vanish.
Phil.: I think it may evidently be concluded from your own concessions, that all the colours we see with our naked eyes are only apparent as those on the clouds, since they vanish upon a more close and accurate inspection which is afforded us by a microscope. Then, as to what you say by way of prevention: I ask you whether the real and natural state of an object is better discovered by a very sharp and piercing sight, or by one which is less sharp ?
Hyl.: By the former without doubt. (Berkeley S. 394)
Der Gehalt des Arguments ist hier eigentlich erschöpft. Es ist ein spezieller Fall zur Relativität der Wahrnehmung. Den unmittelbar folgenden Gesprächsteil führe ich an, da Philonous und Hylas die Folgerung des Arguments wiederholen und verstärken.
Phil.: Is it not plain from Dioptrics that microscopes make the sight more penetrating, and represent objects as they would appear to the eye in case it were naturally endowed with a most exquisite sharpness?
Hyl.: It is.
Phil.: Consequently the microscopical representation is to be thought that which best sets forth the real nature of the thing, or what it is in itself. The colours, therefore, by it perceived are more genuine and real than those perceived otherwise.
Hyl.: I confess there is something in what you say. (Berkeley S. 394)
Ich werde das Argument zuerst ausarbeiten und dann in einer formalen Schlußfigur zur Diskussion aufbereiten.
2.2 Explikation des Arguments
2.2.1 Interpretation des Dialogs

Der erste einleitende Wortwechsel nimmt eine wichtige Entscheidung zur Bevorzugung der Wahrnehmung mit Hilfe des Mikroskops gegenüber dem bloßen Auge vorweg. Sie wird später mehrfach bekräftigt und geht in Prämisse (5) des Arguments ein.
Dann gibt Philonous die für das Argument mit dem Mikroskop entscheidenden Thesen. Zuerst schränkt er die unterschiedlichen Farben in den beiden diskutierten Situationen mit „often“ ein. Im zweiten Satz wagt er eine kontrafaktische Aussage („in case we had“), der er Gewißheit („it is certain“) und Allgemeingültigkeit („no object whatsoever“) zuschreibt. Ich beschränke mich bewußt auf die, für die Argumentation vollauf genügende Behauptung, daß es Gegenstände gibt - nicht unbedingt alle - , die unterm Mikroskop eine andere Farbeigenschaft zeigen als mit dem bloßen Auge (Prämissen (1) und (2)).
Hylas verwirft in seinem nächsten Einwand die mögliche, allzu voreilige Folgerung, daß Objekte wirklich und von Natur aus keine Farben hätten. Philonous berücksichtigt den Einwand Hylas'. Um dem scheinbaren Dilemma (Folgerung (3)) zu entgehen klassifiziert er die Farben in scheinbare und wirkliche.
Die beiden Dialogpartner untermauern nochmals die zuvor schon getroffene Bevorzugung der Ansicht mit dem Mikroskop und kommen daher zum Schluß, daß die Farbe unterm Mikroskop die echte und wirkliche Farbe ist.
2.2.2 Verhältnis zum Common sense
Dies verwundert den aufmerksamen Leser, da Philonous und Hylas zu Beginn ihres Dialogs den Ansichten, die am besten mit dem Common sense übereinstimmen, den Vorzug geben (Berkeley S. 381). Der Common sense unterscheidet aber nicht zwischen scheinbaren und wirklichen Farben, und wenn doch, wird er bei Farben die Standardsituation mit bloßem Auge für wirklichkeitsgetreuer und damit wahrheitsnäher halten. Philonous und Hylas verstoßen hier also zweifach gegen den Common sense. Sie schreiben den Dingen in der normalen Wahrnehmung nur scheinbare Farben zu und sie bevorzugen wissenschaftliche Hilfsmittel gegenüber dem Alltag.
2.2.3 Auffälligkeiten
Mehrere Auffälligkeiten in diesem kurzen Dialogabschnitt verdienen Erwähnung, obwohl ich sie nicht weiter diskutieren werde.
1) Obwohl Philonous und Hylas schon eingangs des zitierten Abschnitts übereinstimmen, daß zweifellos das Mikroskop zu bevorzugen ist („By a microscope, doubtless“), stellt Philonous später noch zweimal ein ähnliche Frage; Hylas stimmt beide Male uneingeschränkt zu („By the former without doubt“ und „It is“).
2) In der ersten Frage verwendet Philonous die Superlative "dearest and exactest". Man kann unterstellen, daß sich diese nur auf die zwei diskutierten Situationen – Mikroskop und bloßes Auge – beziehen, nicht auf alle nur denkbaren Situationen.
3) Am Ende der beiden zitierten Dialogstellen verwendet Philonous jeweils den Komparativ. Zuerst bevorzugt er den wirklicheren und natürlicheren Zustand eines Objekts unter dem Mikroskop. In der letzten zitierten Folgerung des Arguments, vertritt Philonous die Ansicht, die Farben der Repräsentation durch das Mikroskop sind „more genuine and real“ als die mit bloßem Auge.
Die Prämisse (5) habe ich entsprechend mit einem Komparativ formuliert.
2.2.4 Schlußfigur
Das Argument mit dem Mikroskop kann nun präziser und auf das Wesentliche reduziert so dargestellt werden.
(1) Unter einem Mikroskop hat das Objekt O die Farbe F1
(2) Ohne Mikroskop hat das Objekt O die Farbe F2
(3) Oft ist bei Objekten F1 nicht = F2
(4) F2 ist nur eine scheinbare Farbe
(5) Die zuverlässigere Natur von Objekten zeigt sich unterm Mikroskop
(6) F1 ist die wirklichere Farbe des Objekts
Da wir Objekte meist als farbig ansehen, läuft die Folgerung (4) dem gängigen Sprachgebrauch entgegen. Es widerstrebt die Folgerungen (4) und (6) zu akzeptieren. Ich werde daher zunächst, Gültigkeit des Arguments mit dem Mikroskop vorausgesetzt, die Auswirkungen aufzeigen, bevor ich es kritisiere.
berkeley Anfang
3 Auswirkungen
3.1 Folgerung in zwei Abstufungen

Wäre der erste Abschnitt des Arguments mit dem Mikroskop gültig, so führt es zunächst nur zu einer schwachen Folgerung: Unter verschiedenen Sichtweisen erscheint uns ein Objekt in verschiedenen Farben: Folgerung (3). Hylas will jedoch die Common-Sense-These nicht aufgeben, daß einem Objekt eine und nur eine Farbe oder Farbzusammenstellung zuzuschreiben ist. Daher kann - setzt man das noch zu erläuternde Ausschließlichkeitsprinzip voraus - höchstens eine der beiden Farben objektiv sein; mindestens eine der Farben F1 und F2 ist illusionär, nicht dem Objekt zuschreibbar. Die stärkere Folgerung ist daher, die verschiedenen Farben zu bewerten und wirkliche und scheinbare Farben zu unterscheiden.
Philonous stuft an diesem Punkt der Diskussion etwas voreilig die Farbe, die man mit bloßem Auge sieht, als nur scheinbar ein (Folgerung (4)). Unausgesprochen möchte er der skeptischen Ansicht, die wirkliche Farbe des Objekts sei für uns nicht erkennbar, entgehen. Für diese skeptische Position benötigt man die zusätzliche Annahme
(7) Keine Sichtweise und kein Hilfsmittel kann gegenüber der anderen epistemologisch bevorzugt werden,
um zu folgern
(8) Die wahre Farbe des Objekts ist (für uns) nicht erkennbar.
Russell diskutiert die Eigenschaften eines Tisches und zieht aus einer ähnlichen Prämisse
(9) Keine Sichtweise hat Vorrang
(10) Bevorzugung einer Situation („favouritism“) ist abzulehnen
den weitergehenden Schluß
(11) Der Tisch hat keine ihm eigene Farbe (Russell S. 3).
Russell spielt die Argumentation der Relativität der Wahrnehmung für andere Eigenschaften ebenso durch. Für die Maserung und Struktur des Tisches benutzt er das Argument mit dem Mikroskop. Die Bevorzugung der Situation mit dem Mikroskop verwirft er, da man mit einem stärkeren Mikroskop erneut in ein Dilemma geraten würde (Russell S. 3). Wenn man dieses Argumentationsschema mit vielen Eigenschaften durchgeht, könnte man – wie Russell – den Gegenständen jegliche objektiven Eigenschaften absprechen.
3.2 Standardsituation
Hylas und Philonous entschließen sich zu einer anderen Vorgehensweise. Sie ist weit verbreitet. Eine Situation wird als die epistemologisch privilegierte ausgezeichnet. Üblicherweise ist es eine Standardsituation, für die gewisse, festgelegte Bedingungen zutreffen müssen. Philonous drängt Hylas dazu, die Mikroskopsituation als die echte und wirkliche zu erklären (Prämisse (5)).
3.3 Optionen aus dem Argument mit dem Mikroskop
Wenn man das Argument mit dem Mikroskop für gültig ansieht, hat man drei Optionen. Entweder man nimmt die epistemologisch skeptische Position ein, daß Farben nicht erkennbar sind, über ihr wahres Wesen hüllt sich der Schleier der Unerkennbarkeit, oder man folgert ontologisch und spricht den Gegenständen die Farbigkeit ab, oder man greift eine Situation mehr oder minder willkürlich heraus und erklärt sie zur Standardsituation.
Die beiden ersten Optionen sind mit dem Alltagsgebrauch der Farben unvereinbar. Wenn wir sagen: „Die Tomate ist rot“, setzen wir voraus, daß wir wirklich etwas über die Tomate aussagen (ontologische Prämisse) und daß wir diese Eigenschaft der Tomate im Normalfall korrekt erkennen (epistemologische Prämisse). Die beiden ersten Optionen bestreiten jeweils eine der Alltagsprämissen und sind daher problematisch. Wie ist die dritte Option zu bewerten?
Die Auswahl einer Standardsituation erfordert weitere Schritte um sie glaubwürdig zu machen. Abgesehen vom willkürlichen Bevorzugen einer Situation, wären alle anderen Situationen mit dem Makel der illusionären Farbe gebrandmarkt. Wer – wie Philonous und Hylas in Prämisse (5) – die Sicht durch das Mikroskop zur Standardsituation kürt, muß eingestehen, daß wir in den überwiegenden Situationen, die ohne Hilfsmittel sind, nur illusionäre Farben wahrnehmen.
Wer sich an den Common sense halten will und die Alltagssicht als Standardsicht bevorzugt, bezeichnet diejenige Farbe als die wirkliche Farbe, die ein normaler Beobachter unter Standardbedingungen sieht. Wer so argumentiert, muß erläutern, was ein normaler Beobachter ist und wie er die Standardbedingungen gegen andere abgrenzt. Wie wird die wissenschaftliche Sicht durch das Mikroskop beurteilt, da es zu den Standardbedingungen gehört, kein Mikroskop zu benutzen? Wie wird die Sicht durch eine Brille eingestuft?
Vertreter der dritten Option gestehen zu, daß die Standardsituation anders wäre, wenn der Mensch als normaler Beobachter ein anderes Sehorgan, beispielsweise ein mikroskopisches hätte; oder wenn der Mensch eine andere Größe, beispielsweise die einer Milbe, hätte. Armstrong weist daraufhin, daß Vertreter dieser Position eigentlich nicht zwischen scheinbaren und wirklichen Farben unterscheiden. Die wirkliche Farbe ist eine Unterart der scheinbaren, sie ist lediglich die scheinbare Farbe in der Standardsituation (Armstrong S. 107).
Somit führt auch die dritte Option zu unerwünschter Diskrepanz mit dem Alltagsverständnis von Farben. Ich werde zeigen, daß man die Gültigkeit des Argument mit dem Mikroskop überzeugend angreifen kann. Durch dieses Argument, da ungültig, wird man zu keiner der drei unerwünschten Positionen gezwungen.
berkeley Anfang
4 Kritik des Arguments
Für die Gültigkeit des Arguments mit dem Mikroskop in meiner vorherigen Darstellung sind weitere Annahmen nötig. Diese verwenden, wie ich zeigen werde, entweder unzulässige Equivokationen oder treffen auf Farben nicht zu.
Neben den Prämissen (1), (2) und (5) verwenden die Folgerungen (4) und (6) unausgesprochen eine oder mehrere weitere Prinzipien als Prämissen. Es sind dies das Ausschließlichkeitsprinzip, das Zerteilungsprinzip und das Prinzip der ontologischen Reduzibilität. Berkeley erwähnt keines dieser Prinzipien, sie wurden erst von späteren Philosophen ergänzt und expliziert. Ich werde sie der Reihe nach formulieren und kritisieren. Der abschließende Kritikpunkt betrifft einen verborgenen Wechsel des Standards zwischen den Prämissen (1) und (2).
4.1 Ausschließlichkeitsprinzip („exclusion principle“)
4.1.1 Erläuterung

Nur mit Hilfe des Ausschließlichkeitsprinzips führt die Folgerung (3) aus dem Beobachtungsvergleich zu einem Widerspruch.
(AP): Ein und dasselbe Objekt kann nicht gleichzeitig ganzflächig Farbe F1 und ganz- oder teilflächig Farbe F2 haben.
Mit dem Ausschließlichkeitsprinzip – wie bei ähnlichen Annahmen in diesem Zusammenhang – wird oft eine ontologische Aussage aus epistemischen Prämissen gefolgert.
Nur weil der Mensch ein Objekt in einer bestimmten Situation immer nur in einer Farbe oder einer Farbzusammenstellung F1 sieht, kann nicht geschlossen werden, daß das Objekt nur und ausschließlich die Farbe F1 hat.
Man sieht diese verständliche, aber unzulässige Folgerung deutlicher an der Ganzes-Teil-Beziehung. Der Mensch sieht den Tropfen Blut als homogenes Ganzes; mit bloßem Auge erkennt er keine Teile. Daraus kann man keinesfalls gültig schließen, daß der Tropfen Blut keine Teile hat. Hilbert nennt diesen Fehlschluß „the fallacy of total information“ und diskutiert ihn eingehend (Hilbert S. 39-41). Doch ich akzeptiere das naheliegende Ausschließlichkeitsprinzip, werde aber zeigen, daß es im Argument mit dem Mikroskop nicht anwendbar ist.
4.1.2 Ausschließlichkeitsprinzips nicht anwendbar
Wenn man die beiden Beobachtungssituationen in den Prämissen (1) und (2) genauer betrachtet, erkennt man, daß Objekt O in Prämisse (1) und Objekt O in Prämisse 2 nicht ein und dasselbe Objekt ist. Hier liegt eine versteckte, ungerechtfertigte Equivokation vor. Das Ausschließlichkeitsprinzip wäre dann nicht relevant.
Viele empirisch beobachtbaren Objekte fallen unter den Begriff der natürlichen Art. Eine biologische Art ist beispielweise die Katze. Eine schwarz-weiß gefleckte Katze wird unter dem Mikroskop andere Farbeigenschaften zeigen, je nachdem, welchen Körperteil man betrachtet und welche Auflösung das Mikroskop hat.
Gegeneinwand: für homogene Objekte und Substanzen wie Blut oder Gold trifft das Ausschließlichkeitsprinzip sehr wohl zu.
Doch auch für diese Objekte und Substanzen werden im Argument mit dem Mikroskop in den Prämissen (1) und (2) unterschiedliche Objekte angezogen. Dies wird am bekannten Anwendungsbeispiel mit Blut deutlich.
(A) Unter einem Mikroskop ist Blut großenteils farblos, einzelne Teile sind rot, andere weiß.
(B) Ohne Mikroskop ist Blut rot.
Hier werden in (A) Aussagen über das Blutplasma und die roten und weißen Blutkörperchen getroffen. Das Blutplasma besteht zu 90 % aus Wasser und ist daher farblos. In die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist der Blutfarbstoff (Hämoglobin) eingelagert. Dieser ist rot. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) enthalten keinen Farbstoff. (Fn 3) In (B) wird etwas über eine Körperflüssigkeit von Menschen und Tieren ausgesagt. Das Blut in (A) ist flüssiges Gewebe und kann als Organ des Körpers angesehen werden.
In den Prämissen (A) und (B) wird also über verschiedene Gegenstände etwas ausgesagt. Verschiedenen Gegenständen können selbstverständlich unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben werden. Das Ausschließlichkeitsprinzip kann nicht unterstellt werden.
Ebenso ist es im verallgemeinernden Argument mit dem Mikroskop in den Prämissen (1) und (2). Die Farbeigenschaften der Gegenstände können daher verschieden sein, ohne daß man in Folgerung (3) in einen Widerspruch gerät und in scheinbare und wirkliche Farben einteilen muß. Die Farben können durchaus objektspezifische Eigenschaften sein. Die Folgerung (4) ist unangebracht.
4.2 Zerteilungsprinzip („dissectivity principle“)
4.2.1 Erläuterung

Philonous könnte zwar akzeptieren, daß im Argument mit dem Mikroskop in den Prämissen (1) und (2) von unterschiedlichen Objekten geredet wird, doch könnte er ein anderes Prinzip geltend machen. Die Objekte unterm Mikroskop sind zumindest Teile des Objekts O aus der Prämisse (2). Für die Eigenschaft der Farben trifft das Zerteilungsprinzip („dissectivity principle“) oder das im nächsten Abschnitt behandelte Prinzip der Reduzibilität zu. Nach dem Zerteilungsprinzip von Nelson Goodman gibt es Eigenschaften, die sich vom Objekt auf seine Teile übertragen.
a) „A one-place predicate is said to be dissective if it is satisfied by every part of every individual that satisfies it“ (Goodman S. 53).
Goodman gibt auch gleich ein Beispiel. Jeder Teil von Utah ist kleiner als Utah und auch jeder Teil zweiter und höherer Stufe ist kleiner als Utah. Das Prädikat „kleiner als Utah“ ist also „dissective“. Ein weiteres Beispiel für eine auf seine Teile übertragbare Eigenschaft ist es, Masse zu haben. Jedes Objekt hat eine gewisse Masse, jedes seiner Teile ebenfalls. (Fn 4)
b) Es gibt Eigenschaften eines Objekts oder einer Substanz, die nur bis zu einem gewissen Grad von Granulärität vorhanden sind.
c) Es gibt Eigenschaften, die sich vom Objekt nicht auf seine Teile übertragen. Der Mensch ist vernünftig. Seine Teile, beispielsweise der Daumen, sind nicht vernünftig.
Eine Eigenschaft, solange sie nach a) oder b) verstanden auch in den Teilen des Gegenstands vorhanden ist, nennt Nelson Goodman „dissective“. (ZP) Es gibt Eigenschaften, die, wenn sie das Objekt hat, auch auf seine Teile zukommen.
Die Eigenschaften, die dem Zerteilungsprinzip genügen, sind vom Ganzen auf die Teile ohne wesentliche Veränderung vererbbar oder übertragbar oder - in Anlehnung an Goodman - zerteilbar.
4.2.2 Zerteilungsprinzip für Farben unzutreffend
Es stellen sich die Fragen: Ist das Zerteilungsprinzip für Farben zutreffend? Ist die Farbe eine zerteilbare Eigenschaft? Jedenfalls gibt es für Eigenschaften unter b) zahlreiche Beispiele, wie sich am Sorites-Problem zeigen läßt. Ein Haufen Korn hat eine kegelförmige, haufenartige Gestalt mit verschiedenen Eigenschaften. Seine einzelnen Teile haben, zumindest auf der Ebene des einzelnen Korns, diese Eigenschaften nicht.
Es kann also durchaus erwartet werden, daß ein Objekt zwar die Farbe F2 hat, betrachtet man aber seine Teile, so kann die Farbe F2 verschwinden oder nur noch (wenigen) Einzelteilen zugeschrieben werden.
Auch die Gegenrichtung des Prinzips ist bei vielen Eigenschaften unzulässig.
(12) Jedes Teil des Objekts O hat die Eigenschaft P
(13) Deshalb hat auch O die Eigenschaft P
Beispiel: (C) Jeder Teil der Uhr ist klein (D) Deshalb ist die Uhr klein
Dieser Schluß ist offensichtlich nicht für alle Uhren gültig.
Das Zerteilungsprinzip stützt die Folgerung (3) im Argument mit dem Mikroskop, wenn man die folgenden Zusatznahmen trifft.
(14) Das Objekt in Prämisse (1) steht zum Objekt O in Prämisse (2) in der Teil-Ganzes-Beziehung
(15) Farbe ist zerteilbar im Sinn des Zerteilungsprinzips
Mit diesen Zusatznahmen ergibt sich nun in der Folgerung (3) ein Widerspruch. Dieser zwingt dazu, die Farben F1 und F2 verschieden zu klassifizieren, oder mindestens eine der Zusatzannahmen ZP, (14) oder (15) zu verwerfen.
Ich berufe mich auf den Common sense und auf Goodman selbst und lehne (15) ab: „Thus different perceptible parts of an object may be differently colored even if the object itself is uniform and unvarying in color“ (S. 130). Auch Hilbert lehnt das Zerteilungsprinzip für Farben ab. Er bürdet zudem den Verfechtern der Übertragung der Farbe vom Ganzen auf seine Teile die Beweislast auf: „Dissectivity is not a universal property of predicates, and claims that predicates of a certain sort are dissective require justification“ (Hilbert S. 42) und entwirft dann ein Konzept der Farbe, in dem sie nicht unter das Zerteilungsprinzip fällt (S. 42 ff).
Zugegeben, das Zerteilungsprinzip trifft auf bestimmte Eigenschaften, dazu zählt Farbe, nicht zu. Wenn man ein Ganzes in Teile zerlegt muß ein einzelnes Teil nicht unbedingt die Eigenschaft des Ganzen aufweisen. Aber wie ist es mit allen Teilen insgesamt? Wie ist es, wenn man alle diese Teile, vielleicht vergrössert wie unterm Mikroskop, wieder zu einem Ganzen zusammensetzt? Die Antwort kann nur lauten, daß es Eigenschaften gibt, die ein Ganzes aufweist und die dennoch an keinem seiner Teile (man denke nur an den Sandkegel) auftreten. Was beim Sandkegel am Beispiel einer strukturellen Eigenschaft gezeigt wurde, kann auch für andere Eigenschaften gelten. Solange nicht gezeigt wird, daß Farbe eine zerteilbare Eigenschaft ist, kann man das Zerteilungsprinzip nicht zur Stützung des Arguments mit dem Mikroskop verwenden.
Nun könnte man statt der beiden diskutierten Prinzipien ein weiteres, dem Zerteilungsprinzip ähnliches Prinzip zur Stützung der Argumentation Berkeleys geltend machen. Dieses Prinzip der ontologischen Reduzibilität ist das Thema im nächsten Abschnitt.
4.3 Prinzip der ontologischen Reduzibilität
4.3.1 Erläuterung

Das von Wilfrid Sellars 1963 eingeführte „principle of reducibility“ (S. 35) vermeidet wie das Zerteilungsprinzip die Equivokation in den Prämissen (1) und (2). Die Objekte in den beiden Beobachtungsaussagen sind nicht identisch, sie stehen in einer Teil-Ganzes-Beziehung. Dafür gilt nach Sellars dieses Prinzip.
If an object is in a strict sense a system of objects, then every property of the object must consist in the fact that its constituents have such and such qualities and stand in such and such relations or,
roughly, every property of a system of objects consists of properties of, and relations between, its constituents (Sellars, S. 27; kursiv und Absatz im Original).
Sellars stellt fest, daß es sinnlos ist, die Partikel der physikalischen Theorien als farbig zu bezeichnen (S. 35). Er führt weiter aus, wenn keines der Teile farbig ist, kann auch ein daraus zusammengesetztes Ganzes nicht farbig sein. Dieser Implikation liegt sein Prinzip der Reduzibilität zugrunde. Es ist ein ontologisches Prinzip und wird deshalb genauer als Prinzip der ontologischen Reduzibilität (Schantz S. 236) bezeichnet. Cornman und Schantz (S. 234-244) diskutieren dieses Prinzip ausführlich und kommen beide zu dem Schluß, daß es dafür zwei Lesarten gibt. Es kann eng ausgelegt werden und lautet dann:
PRa: Wenn ein Objekt ein System von Objekten ist, dann muß jede Eigenschaft des Objekts in der Tatsache bestehen, daß seine einzelnen Konstituenten diese Eigenschaft haben (Schantz S. 237; Cornman S. 425).
Die Aufnahme der „relations“ in Sellars' Prinzip läßt aber auch eine weitergehende Lesart des Prinzips zu:
PRb: Wenn ein Objekt ein System von Objekten ist, dann muß jede Eigenschaft des Objekts entweder darin bestehen, daß seine einzelnen Konstituenten diese Eigenschaft haben oder diese Eigenschaft muß auf gewisse andere Eigenschaften oder Beziehungen der Konstituenten reduzibel sein (Schantz S. 237; Cornman S. 425).
Die engere Lesart, wie sie offensichtlich Sellars zugrunde legt, rechtfertigt die genannte Implikation und kommt dem Zerteilungsprinzip gleich.
4.3.2 Prinzip der ontologischen Reduzibilität unzutreffend
Das Zerteilungsprinzip ist vom Ganzen auf die Teile gerichtet. Es klassifiziert die Eigenschaften des Ganzen in zerteilbare und nicht zerteilbare. Das Prinzip der ontologischen Reduzibilität definiert die Eigenschaft eines Ganzen dahingehend, daß die Teile diese Eigenschaft ebenfalls haben müssen. Bei Anwendung des Zerteilungsprinzip gerät man in einen Widerspruch, wenn die Eigenschaft des Ganzen, sofern sie als zerteilbar klassifiziert wird, bei den Teilen nicht vorhanden ist. Die Folgerung beim Prinzip der ontologischen Reduzibilität ist davon verschieden. Ist eine Eigenschaft bei den Teilen nicht vorhanden, so ist diese qua Prinzip keine Eigenschaft des Ganzen.
In den Diskurs um die Gültigkeit des Prinzips, hauptsächlich geführt zwischen Sellars und Cornman, werde ich hier nicht eingreifen. Sellars jedenfalls hielt daran fest, daß Farbe eine irreduzible Eigenschaft ist. Sein Argument stellt sich dann so dar:
(16) Subatomare Partikel sind nicht farbig
(17) Prinzip der ontologischen Reduzibilität, enge Lesart Pra
(18) Objekte, bestehend aus subatomaren Partikeln, sind nicht farbig.
Damit wären alle räumlich-zeitlichen Objekte, die aus Atomen und subatomaren Partikeln bestehen und denen wir üblicherweise Farbe zuschreiben, nicht farbig. Doch am paradigmatischen Beispiel der Temperatur, die letztlich auf die kinetische Molekularenergie reduzierbar ist, zeigt sich, daß man das Prinzip der ontologischen Reduzibilität zumindest nicht in der engen Lesart aufrecht erhalten kann.
(E) Temperatur ist auf die kinetische Molekularenergie reduzierbar
(F) Subatomare Partikel haben keine Temperatur
(G) Prinzip der ontologischen Reduzibilität, enge Lesart Pra
(H) Objekte, bestehend aus subatomaren Partikeln, haben keine Temperatur.
Die Folgerung (H) ist nach weitest verbreiteter Übereinstimmung unzutreffend. Dieser Widerspruch erfordert die Preisgabe einer der Prämissen. Am besten gibt man von den angeführten Prämissen wohl das Prinzip der ontologischen Reduzibilität in seiner engen Lesart auf.
In der weiteren Lesart ist aber die Folgerung (4) im Argument mit dem Mikroskop nicht mehr gerechtfertigt. Das Ganze und seine Teile können dann durchaus unterschiedlich erscheinende Eigenschaften, analog zu Temperatur und kinetischer Energie, haben. Aus der Folgerung (3) ergäbe sich kein Widerspruch.
Damit wird dem Argument mit dem Mikroskop wie es Philonous vorträgt auch die dritte Hintergrundannahme entzogen.
Die Widerlegungen der versteckten Annahmen zeigen, daß das Argument nicht gültig ist, Die Analyse der Prinzipien, die sich doch recht ähnlich waren, zeigte ausserdem, daß wohl schwer ein anders Prinzip zu finden sein wird, daß die Argument schlüssig macht.
Der letzte Kritikpunkt, den ich abschließend diskutieren werde, ließe sich auch als eine versteckte Prämisse formulieren. Er läßt sich einleuchtender und positiv dahingehend ausdrücken, daß bei empirschen Aussagen, die miteinander verglichen werden, oder wie hier gar in ein Argument eingehen, der Standard der Beobachtung beibehalten werden muß. Zwischen Prämisse (1) und (2) liegt aber ein verborgener Wechsel des Standards vor.
4.4 Wechsel des Standards
Empirische Aussagen werden mittels eines gewissen Standards getroffen. Eine Bedingung für jedes gemeinsame Konzept ist eine Übereinstimmung von Definition und Beurteilung (Hacker S. 189).
Während ein Geograph die Norddeutsche Tiefebene als flach bezeichnet, legt ein Computertechniker an die Oberfläche einer Magnetplatte andere Ansprüche an, um sie als flach genug für einen Datenspeicher zu halten. Der Schreib-Lesekopf der Platte, in die Begriffswelt des Geographen übertragen, gleicht einem Flugzeug, das in Überschallgeschwindigkeit im Abstand von 5 cm über das Meer rast ohne naß zu werden. (Fn 5) Niemand wird dem Geograph oder dem Techniker den richtigen Gebrauch des Adjektivs „flach” bestreiten. Es liegen unterschiedliche Standards vor.
Was für „flach” gilt, ist ebenso für die Farbeigenschaft in den Aussagen (1) und (2) zutreffend. Ich meine, daß diese Kritik auch auf das Argument mit dem Mikroskop zutrifft. Es liegt kein wirklicher Konflikt vor, wie er sich in der Folgerung mit einem der genannten Prinzipien ergäbe. Vielmehr werden die beiden Aussagen lediglich unter verschiedenen Standards der Wahrnehmung gemacht (Hacker S. 192). Zudem ermöglicht es der Wechsel des Standards, daß - wie bereits ausgeführt - verschiedene Objekte wahrgenommen werden.
Aus diesen Gründen ist es weder notwendig noch zulässig in der Folgerung (3) einen Konflikt festzustellen und unter der Annahme eines Widerspruchs daraus weiter zu folgern.
berkeley Anfang
5 Argument mit dem Mikroskop stützt nicht die Objektivität der Farben
Ausarbeitungen anhand klassischer oder auch moderner Texte, die eine Argumentation im Text kritisieren, haben zwei Angriffsflächen, die unabhängig zu bewerten sind.
Zum einen kann das behauptete Argument als Interpretation des originalen Textes angegriffen werden. Man bestreitet, daß das gegebene Argument mit dem Text und mit der Absicht des Autors übereinstimmt. Das kann dazu führen, daß die Kritik der Argumentation ins Leere stößt, da die Intention des Autors verfehlt wird.
Zum anderen kann die Kritik der Argumentation selbst angegriffen und so der originale Text verteidigt werden.
Meine Explikation des Arguments mit dem Mikroskop bezieht sich nur auf eine kurze Textstelle und scheint mir die Absicht, wenn nicht Berkeleys, so doch die des fiktiven Philonous' korrekt wiederzugeben. Die Kritik des Arguments zeigte, daß zum weiteren Diskurs gegen die Objektivität der Farben das Argument mit dem Mikroskop in dieser Form nicht herangezogen werden kann. In den Diskussionen muß hier zudem schärfer zwischen epistemologischen und ontologischen Fragen und Antworten unterschieden werden.
berkeley Anfang
Literatur
Armstrong, D. M.: The Nature of Mind. Brighton: Harvester, 1981.
Berkeley, George: „Three Dialogues between Hylas and Philonous, in Opposition to Sceptics and Atheists“ [1713]. In: George Sampson, Arthur James Balfour, Hg.: The Works of George Berkeley, D. D., Bishop of Cloyne. London: Bell, 1987. 291-397.
Cornman, James: "Sellars, Scientific Realism, and Sensa", Review of Metaphysics, 23, 1969-70, S. 417-51
Faaborg, Robert W.: „Berkeley and the Argument from Microscopes“. In: Pacific Philosophical Quarterly, 80. Jg. (1999), S. 301-323.
Goodman, Nelson: The Structure of Appearance. Indianapolis: Bobbs-Merrill, 1966. 2. Auflage. Hacker, P.M.S.: „Are secondary qualities relative?“ In: Mind, 95. Jg. (1986), H. 377, S. 180-197. Hardin, C. L.: Color for Philosophers. Unweaving the Rainbow. Indianapolis: Hackett, 1988. Harris, Stephen: „Berkeley's Argument from Perceptual Relativity“. In: History of Philosophy Quarterly, 14. Jg. (1997), H. 1, S. 99-120.
Hilbert, D. R.: Color and Color Perception: A Study in Anthropocentric Realism. Stanford: CSLI, 1987.
Russell, Bertrand: The Problems of Philosophy. Oxford: Oxford UP, 1998.
Schantz, Richard: Der sinnliche Gehalt der Wahrnehmung. München: Philosophia, 1990.
Sellars, Wilfrid: Science, Perception and Reality. London: Routledge, 1963.
berkeley Anfang
Fußnoten
(Fn 1) Philonous wird als Sprachrohr für Berkeley angesehen. Im nachfolgenden Text werde ich daher nicht immer streng zwischen Philonous und Berkeley trennen. Inwieweit Philonous wirklich Berkeley vertritt bleibt anderen Untersuchungen vorbehalten. So vertritt Faaborg die These, die Prämissen und Folgerungen aus dem Argument mit dem Mikroskop dürfen keinesfalls als Berkeleys eigener Standpunkt mißverstanden werden (Faaborg S. 301). (zurück)
(Fn 2) Eine gründliche Untersuchung des Arguments für die Relativität der Wahrnehmung in Bezug auf Berkeley führt Harris, 1997, durch. (zurück)
(Fn 3) Die genaue Beschreibung der Blutbestandteile gebe ich auch um den Vorwurf Arthur Dantos (Vorwort zu Hardin S. ix-xiii) zu begegnen, Philosophen würden sich nicht um die naturwissenschaftlichen Tatsachen kümmern. (zurück)
(Fn 4) Ich lasse hier offen, ob die Zerteilbarkeit selbst für eine Eigenschaft, die zur Gruppe a) zu rechnen ist, bis auf die kleinste bekannte physikalische Ebene zutrifft. (zurück)
(Fn 5) Die rasante Entwicklung der Plattenspeicher mag die Zahlenwerte diese Vergleichs schnell obsolet machen; das Prinzip bleibt. (zurück)

Berkeley
Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.8.2004