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Kammerpflicht DIHK Wansleben SPD Kahrs
Kammerpflicht vor dem Aus? DIHK-Manager Wansleben und SPD-MdB Kahrs im Streitgespräch
Impulse März 2004, S. 124-125
Dieses Streitgespräch bedarf dringend einer Kommentierung und Ergänzung.
Wie so oft, macht es sich der IHK Vertreter, in diesem Gespräch Herr Martin Wansleben, zu einfach. Auf Fragen antwortet er mit schlechten Argumenten oder mit Sätzen, die sich nicht auf die Frage beziehen.
Frage: Spricht nicht ein Grund für ihre Abschaffung? (gemeint ist die Zwangsmitgliedschaft in der IHK). Herr Wansleben antwortet mit Sätzen, die nichts mit der Zwangsmitgliedschaft zu tun haben. Es ist so, als ob jemand den Meteorologen fragt, wie das Wetter morgen wird und dieser antwortet mit: "Bei Blitz und Donner sollte man nicht Bergsteigen." Die später von Herrn Wansleben in die Diskussion gebrachten Azubi-Prüfungen sind vom Kammerzwang völlig unabhängig. Wansleben weiter: "Eine freiwillige Mitgliedschaft hieße, dass nur wenige, meist größere Firmen ihre Interessen in den IHKs durchsetzen würden." Wenn das zutrifft, so besteht kein Unterschied zur derzeitigen Situation. Auch jetzt vertreten die IHK-Funktionäre ihre eigene Meinung entgegen meinem Interesse als Kleinunternehmer. Im Gegenteil wäre die von Herrn Wansleben genannte Situation bei freiwilliger Mitgliedschaft sogar eine enorme Verbesserung. Jetzt behaupten die IHK Funktionäre, die gesamte Wirtschaft zu vertreten und mancher Bürger und Politiker fällt darauf herein. Mein Interesse als Kleinunternehmer wird von der IHK meist nicht vertreten. Es wird ja nicht mal abgefragt. Bei freiwilliger Mitgliedschaft wäre jedem Bürger und Politiker klar, dass die IHK nur die Meinung ihrer Mitglieder vertritt.
Dann führt Herr Wansleben ein Argument an, dass für die Abschaffung des Zwangs spricht, vermutlich ohne es selbst zu merken. Zur Zahlung von IHK Beiträgen: "40 Prozent der Betriebe übrigens gar nichts, ...". Wenn dem so ist, dann spricht nichts dafür, diese 40 Prozent zwangsweise an die IHK zu binden.
Herr Wansleben redet auch ständig von der demokratischen IHK. Da hat er wohl nicht begriffen, was demokratisch ist. Eine Zwangsmitgliedschaft in einer parteinahen Organisation ist es jedenfalls nicht. Vielleicht der wichtigste Punkt gegen die Zwangsmitgliedschaft und die IHK allgemein wurde nicht angesprochen. Mit der Zwangsmitgliedschaft wird man Mitglied zweiter Stufe an der Zentrale zur Bekämpfung des Wettbewerbs. Es entsteht die absurde Situation, dass sich die Kleinunternehmer sozusagen selbst durch Abmahnungen abzocken. Fast jede Woche erhalte ich verzweifelte E-Mails von Kleinunternehmern, die von der Zentrale zur Kasse gebeten werden. Und es entsteht die heikle Situation, dass man durch eben jene Wettbewerbszentrale beteiligt ist. Sie prozessiert gegen Verbraucherinteressen und schon mal gegen die Anprangerung der Kinderarbeit. Wie soll ich meinen Verwandten erklären, dass ich - wenn auch indirekt über IHK und Zentrale - gegen die Anprangerung der Kinderarbeit prozessiere?
Es gibt noch zahlreiche andere Argumente gegen die Zwangsmitgliedschaft in der IHK, die im Gespräch nicht angeführt wurden. So habe ich die sieben Argumente von Herrn Minister Otto Wiesheu (CSU, Bayern) gegen eine freiwillige IHK Mitgliedschaft Otto Wiesheu hier widerlegt.
Herbert Huber, März 2004
impulseImpulseJohannes KahrsJohannes Kahrs, SPD, MdB

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.3.2004