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Goldberg-Variationen

Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen, BWV 988

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Um die Entstehung der Goldberg-Variationen rankt sich folgende Anekdote.
Der mit der Familie Bach befreundete Graf Hermann Carl von Keyserlingk, ehemaliger russischer Gesandter am Hof in Dresden, kränkelte und hatte schlaflose Nächte. Sein Hauspianist Johann Theophilius Goldberg musste während solcher Schlaflosigkeit dem Grafen im Nebenzimmer vorspielen.

„Einst äußerte der Graf gegen Bach, daß er gern einige Clavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte.”

Johann Sebastian Bach lieferte die Variationen, BWV 988, die später die Goldberg-Variationen genannt wurden.

Acht Aufnahmen stehen mir zur Verfügung.
  • Claudio Arrau debütierte in den 1920-er Jahren in London mit den Goldberg-Variationen. Diese wurden damals noch selten aufgeführt.
    Er nahm im Januar und März 1942 die Goldberg-Variationen auf. Da er die Wiederholungen (im Gegensatz zu Glenn Gould) ausspielte, hätte der komplette Schelllackzyklus die damalige Kaufkraft überfordert. Es wären 9 oder 10 Schelllacks erforderlich gewesen. Die Aufnahme kam dann erst 1988 in den Handel.
  • Jörg Demus
  • Glenn Gould verzichtete 1955 auf die Wiederholungen und spielte die Goldberg-Variationen in 38 Minuten!
  • Glenn Gould, digitale Aufnahme 1981
  • Gustav Leonhardt war ein Pionier historischer Tasteninstrumente. Er spielte die Goldberg-Variationen zweimal ein:
  • 1965 Warner Classics/Sony und
  • 1978 für Harmonia Mundi. Gustav Leonhardt mag für seine Interpretationskunst gerühmt werden: mir gefällt der scheppernde Cembaloklang nicht. Er erinnert mich an eine Jahrmarktbude.
    Weder die erste Aufnahme von 1965 (Sony) noch die zweite von 1978 (Harmonia Mundi) höre ich freiwillig an, allenfalls als bessere Hintergrundmusik.
  • Murray Perahia
  • Alexandre Tharaud
    Diese Aufnahme (aus 2015) erhielt ich zuletzt und war sofort begeistert.
    „Alexandre Tharaud: Über neun Monate Versenkung investierte er in die CD-Aufnahme des Variationenwerkes, die zu den besten derzeit erhältlichen gehört.”
    Werner Theurich: Glücklich im Goldrausch, Der Spiegel, 17.10.2015

Von der Interpretation und dem Sound her gefällt mir die Aufnahme von Jörg Demus am zweitbesten. Seine Variation 13 (#14) singt herrlich und die Ouverture (#17) bringt keiner besser.
Referenzaufnahme ist für mich aber die von Murray Perahia, aufgenommen am 9.–14. Juli im Musikraum in La Chaux-de-Fonds, Schweiz, der für seine hervorragende Akustik berühmt ist.
Nachtrag 6.11.2020
Das muss ich überprüfen: die Interpretation von Tharaud schlägt dem Fass den Boden aus. Vielleicht ist sie die allerbeste.


Links

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Literatur

Johann Nikolaus Forkel: Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke,
Goldberg-Variationenonline verfügbar
Goldberg-VariationenMichael Maul: Die große Hörbiografie zu Johann Sebastian Bach in 21 Teilen, Deutschlandfunk Kultur,
Werner Oehlmann, Hg. (1974): Reclams Klaviermusikführer: Band 1. Frühzeit, Barock und Klassik. Stuttgart: Reclam, S. 295–302

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