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Musik
Franz Liszt: Klaviersonate h-moll

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Nach „Franz Liszt: Klaviersonate h-moll” von Christoph Vratz in der Reihe „Interpretationen im Vergleich” beim Bayerischen Rundfunk am 26. Februar 2019 (leider nicht mehr online) erwachte wieder mein Interesse an diesem Klavierwerk. Wenn man‘s erklärt kriegt, fällt es dem Laien (wie mir) leichter Hintergrund und Zusammenhänge zu begreifen.
Entgegen mancher Meinung, da die Noten festliegen, bleiben bei Klassik nur geringe Interpretationsräume, gibt es natürlich weltenweite Unterschiede, besonders bei der Klaviersonate h-moll von Franz Liszt. Er komponierte sie in Weimar 1852-1853, widmete sie Robert Schumann (der wiederum ihm zuvor, 1836 seine Fantasie in C-Dur gewidmet hatte) und sie erschien 1854 im Druck.
Da mir Liszts Klavierwerke allgemein, die  Klaviersonate h-moll im Besonderen (noch mehr nach dem 26.2.2019), sehr gut gefallen, Liszt aber irgendso einen abwertenden Hauch hat, war ich beruhigt und erfreut, dass Alfred Brendel sich als ein Liszt-Verteidiger erwies. Seinen Aufsatz „Liszts h-Moll-Sonate” (1981; Brendel 2008, S. 331–339) sollte man lesen. Er lobpreist darin:
„Die h-Moll-Sonate [...] diese originellste, gewaltigste und intelligenteste Sonatenkomposition nach Beethoven und Schubert, ist ein Werk absoluter Musik, und sie ist das Ergebnis eines absoluten Kontrolle der großen Form, einer Fusion von Überlegung und Weißglut.” (Brendel 2008, S. 331)
Die letzte Verbindung Brendels von Überlegung und Weißglut trifft es exakt.

Der Musikkritiker Walther Kaempfer (1900-1991) fasst zusammen:
„Als Spiegelung einer einzigartigen, verehrungswürdigen Künstlerpersönlichkeit und mit ihr der ganzen romantischen Epoche wird die h-Moll-Sonate dauernde Geltung bewahren.” (Oehlmann 1977, S. 336)

Weitere Ausführungen zu dem Werke lese man bei den Experten unter Liszt Links und Liszt Literatur nach.
Anmerkungen

Vladimir Horowitz 1932: klangmäßig hört man das Jahr
Svjatoslav Richter 1965: live mit Husten, aber extrem ausdrucksstark und lohnend
Links
LisztFranz Liszt Sonata B minor, S178 explained by Leslie Howard
LisztHermann Keller: 1956 · Die h moll Sonate von Franz Liszt
LisztFranz Liszt: H-Moll-Sonate (1853) Klassik.com
LisztFranz Liszt: Klaviersonate h-moll - Die große Klavierreise ins Ich
LisztWerner Theurich: Klaviersonate im Vergleich. Reifeprüfung in Sachen Wahnsinn. Spiegel Online
Literatur
LisztAlfred Brendel: Über Musik: Sämtliche Essays und Reden. München, Zürich: Piper, 2008.
Jonathan David Keener (2011): Franz Liszt: The Sonata in B Minor as spiritual
autobiography. (2011). Dissertations. LisztOnline verfügbar
Oehlmann, Werner, Hg. (1977): Reclams Klaviermusikführer. Band 2. Von Franz Schubert bis zur Gegenwart. Stuttgart: Reclam.
Tibor Szasz: „Die Fusion von Symbolik und Struktur in Liszts Klaviersonate h-Moll”. Zeitschrift des Franz Liszt Kring 2009-2010. S. 49-58

Sonate h-moll online

LisztAndré Laplante

CDs
Mir vorliegende – durchwegs empfehlenswerte – Aufnahmen der Klaviersonate h-moll
Martha Argerich
Bei Amazon nachschauen
Argerich 1)
LisztMartha Argerich: Liszt: Klaviersonate h-moll / Schumann: Sonate g-moll op. 22. CD #6 in: The Complete Recordings On Deutsche Grammophon. 48 CD-Box
Aufnahme: Plenarsaal der Akademie der Wissenschaften, München, Juni 1971


Alfred Brendel
Brendel
2)
Liszt Alfred Brendel: Liszt: Klaviersonate h-moll. CD #30 in: Alfred Brendel: The Complete Vox,Turnabout & Vanguard Solo Recordings. Brilliant Classics, 35 CD-Box.
Aufnahme Wien 1958.

Georges Cziffra
Cziffra
3)
LisztGeorges Cziffra: Liszt: Klaviersonate h-moll. CD #5 in: Liszt: Oeuvres Pour Piano. Erato 5 CD-Box.
Aufnahme Paris 1968.

Vladimir Horowitz
Horowitz 4)
LisztLegendary Russian Pianists

Evgeny Kissin, Nikolai Lugansky, Konstantin Igumnov, Grigory Ginzburg, Samuil Feinberg, Heinrich Neuhaus, Lev Oborin, Rudolf Kerer u.v.a. Brilliant Classics, 2010
25 CDs

CD #7 Vladimir Horowitz, u.a. Piano Sonata in B minor,
12. November 1932
Horowitz 5)
LisztVladimir Horowitz plays Great Sonatas. Sony 10 CD-Box.

CD #1 Liszt: Piano Sonata in B minor. Aufnahme 1977.

Svjatoslav Richter

Horowitz 6)
LisztLegendary Russian Pianists
Evgeny Kissin, Nikolai Lugansky, Konstantin Igumnov, Grigory Ginzburg, Samuil Feinberg, Heinrich Neuhaus, Lev Oborin, Rudolf Kerer u.v.a. Brilliant Classics, 2010
25 CDs

CD #14 Svjatoslav Richter, u.a. Piano Sonata in B minor,
12. Oktober 1965

Daniil Trifonov

Trifonov 7)
LisztTrifonov: The Carnegie Recital. DG 2013
Scriabin, Franz Liszt: Piano Sonata B minor, Chopin, Medtner
Daniil Trifonov, Klavier; live New York 5. Februar 2013

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