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Geert Keil, Herbert Schnädelbach, Naturalismus
Geert Keil, Herbert Schnädelbach, Hg.: Naturalismus. Philosophische Beiträge
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000. Broschiert, 316 Seiten – Autoren
Naturalismus in der bildenden Kunst ist die naturgetreue Darstellung des Sichtbaren; in der Literatur ist die genaue Beschreibung der Natur; in der Musik ist unter der Kategorie Verismus geläufig (Puccini, Mascagni, Leoncavallo). Was ist es in der Philosophie? Im einleitenden Beitrag der beiden Herausgeber versuchen sie das diffuse Terrain abzustecken. Entweder ist die Auslegung oder sind die Kriterien für den Naturalismus in der Philosophie zu allgemein, so daß sie jeder unterschreiben kann, oder sie sind zu ehrgeizig. Anhand der Begriffsgeschichte und kritischen Anmerkungen zum Erklärungsprivileg der Naturwissenschaften, der Einheit der Wissenschaften und dem Zusammenhang zum Common Sense weisen die Herausgeber auf die Probleme hin. Dabei ist es durchaus begrüssenswert, daß Keil und Schnädelbach recht kritisch an das naturalistische Projekt herangehen und daß sie die folgenden Beiträge schon kannten und kritisieren können.
Der Leser wird auch mit den folgenden Beiträgen exzellent bedient, da es eine sehr gute Mischung von kontinentalen und angelsächsischen Autoren ist, die sehr verschiedene Standpunkte vertreten. Es gibt ein breites Spektrum im Bekanntheitsgrad der Autoren und im Alter (Geburtsjahre 1903 bis 1970). Beides muß zwar keine Auswirkung auf die philosophische Position haben, doch ich finde es begrüssenwert, wenn in Sammelbänden nicht immer nur dieselben Angelsachsen zu Wort kommen. Was man unterschiedlich beurteilen kann ist, daß die Beiträge teilweise sehr speziell sind und für einen Überblicksband nicht so geeignet sind. Andrerseits wird man gerade durch diese Beiträge ins Zentrum der gegenwärtigen Detaildiskussion geführt.
Mir brachten besonders die Beiträge Gerhard Vollmer: "Was ist Naturalismus?" und Mircea Flonta: "Gemäßigter und radikaler erkenntnistheoretischer Naturalismus" Zugewinne, was die anderen Beiträge nicht abschwächen soll. Der Sammelband ist sehr geeignet, die verschiedenen Positionen kennen zu lernen und kritisch einschätzen zu können.
Geert Keil, * 1963, Privatdozent für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin
Herbert Schnädelbach, * 1936, Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin
Links
vernunft Herbert Schnädelbach: Vernunft
vernunft Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen: und was man von ihnen lernen kann
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Geert Keil, Herbert Schnädelbach, Naturalismus Geert Keil, Herbert Schnädelbach, NaturalismusGeert Keil, Herbert Schnädelbach, Hg. Naturalismus. Philosophische Beiträge. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2000. Broschiert, 316 Seiten


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