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C. L. Hardin
C. L. Hardin: Color for Philosophers. Unweaving the Rainbow
Indianapolis: Hackett, 1988. 243 Seiten
Ein Paukenschlag und Trommelwirbel eröffnet das Buch. Arthur C. Danto (danto Zitate) mit einem scharfen Vorwort an die Adresse der Philosoph. Hauptkritikpunkt: Philosophen versuchen das Wesen der Farben ohne Rücksicht auf die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zu ergründen. Jetzt erwartet man eigentlich die Ausarbeitung eines harten Materialsten und Objektivisten. Materialist scheint Hardin zu sein, doch gerade den Objektivismus greift er an.
Im ersten Abschnitt von Colors for Philosophers: Unweaving the Rainbow erklärt er die physiologischen Grundlagen der Farbwahrnehmung. Darauf aufbauend erläutert er seine "opponent theory" (S. 30 ff). Hardin gesteht zu, daß es plausibel erscheint, Farben als Eigenschaft der Objekte zu erklären. Er weist aber nach, daß sich unerwartete und unüberwindliche Schwierigkeiten auftun. Selbst wenn der Objektivist die Suche nach einer, die Farbeklasse bestimmende Eigenschaft aufgibt und statt dessen ein ganzes Bündel von Eigenschaften angeben will, scheitert er. Hardins Folgerung: Farbe ist nicht eine Eigenschaft der Objekte in der Welt. Doch er untersucht und verwirft auch Farbe als mentale Eigenschaft, als Disposition und die Sinnesdatentheorie, die Frank Jackson wiederbelebt hat.. Dazu expliziert er die Standard-Bedingungen und den normalen Betrachter. Farbe stellt sich immer weniger als Eigenschaft ähnlich zu "ist wasserlöslich" und immer mehr verwandt mit "ist Abscheu erregend" heraus. Schließlich kommt er auf Farben als chromatischer Sinneszustände und -prozesse, die sich auf neurophysiologische Zustände und Prozesse reduzieren lassen.
"We are to be eliminativists with respect to color as a property of objects, but reductivists with respect to color experiences. (S. 112)
Im letzten Abschnitt untersucht Hardin noch die Verwendung von Farbausdrücken in den Sprachen. Philosophische Theorien von Farben müssen mit den Erkenntnissen aus Physik und Physiologie übereinstimmen, sollten aber auch mit der Verwendung von Farbausdrücken im Alltag und in der Sprache vereinbar sein. Hardin behauptet, daß seine Farberklärung dies leistet.
Insgesamt ein sehr informatives Buch (Abschnitt 1); die Argumente in den anderen Abschnitten sind gut dargestellt. Ob Hardins Position alle Probleme (die er den Objektivisten aufbürdet) löst, erscheint untersuchenswert. Jedenfalls muß jeder Objektivist dazu Stellung beziehen.
C. L. Hardin (C. Larry Hardin), * 1938, Professor Emeritus of Philosophy, Syracuse University, Syracuse, NY; Ph.D. Princeton University, 1958
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hardin   C. L. HardinC. L. Hardin: Color for Philosophers. Unweaving the Rainbow. Indianapolis: Hackett, 1988. Taschenbuch, 266 Seiten. Expanded hardin
C. L. Hardin: Color for Philosophers. Unweaving the Rainbow. Indianapolis: Hackett, 1988. Gebunden, 266 Seiten. Expanded C. L. Hardin

C. L. Hardin
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.3.2004