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Randow
Gero von Randow: Das Ziegenproblem. Denken in Wahrscheinlichkeiten
Reinbek: Rowohlt, 2004. Broschiert, 208 Seiten
Wer sich mit dem Ziegenproblem (siehe Randow Links) herumschlägt oder etwas überWahrscheinlichkeit erfahren will, vor einem Lehrbuch zur Stochastik aber zurückschreckt, der kann zu diesem Einführungsbuch greifen.
Gero von Randow unternimmt einen lockeren Ausflug in das Gebiet der Wahrscheinlichkeit. Dabei scheut er nicht davor zurück, den Leser (wenn er mal mehr als eine Formel bringt) aufzufordern, die nächsten Seiten zu überspringen. Er steigt mit einfachen Beispielen ein und behandelt ausführlich, ab viel Leuten es wahrscheinlicher als 50 % ist, dass zwei der Gruppe am selben Tag Geburtstag haben (ein bekanntes, überraschendes Kabinettsstück der Wahrscheinlichkeit). Sein durchs ganze Buch ziehende Beispiel ist freilich das berühmte Ziegenproblem (siehe Randow Links), das er in verschiedenen Stufen und aus allen möglichen Blinkwinkeln beleuchtet.
Obwohl Gero von Randow: Das Ziegenproblem sich betont an den Einsteiger wendet, buttert es doch auch dem Versierten einige Aha-Effekte unter.
  • Es zeigt, dass und warum eine anschauliche Beschreibung eine Situation glaubwürdiger und wahrscheinlicher erscheinen läßt (S. 32). Dies mag ein Grund für die Beliebtheit historischer Romane oder belletristischer Biografien sein.
  • von Randow zeigt auch, dass Zahlenmaterial ohne Hypothese praktisch wertlos ist und eine Hypothese nur dann gut ist, wenn sie getestet werden kann, einen Erklärungswert hat und nicht weit hergeholte Annahmen macht (S. 103). Ein harter Schlag gegen alle Astrologie und sonstige Esoterik (Randow Para- und Pseudowissenschaft Schwerpunkt Astrologie).
  • In Datensammlungen findet man immer Muster, wenn man danach sucht (S. 106-108). Das macht den geraden vorher genannten Punkt, vorher eine brauchbare Hypothese zu haben, umso wichtiger.
Wie bei mancher Literatur aus dem Lager der Naturwissenschaftler, Mathematiker und sich aufgeklärt fühlender Wissenschaftsjournalisten, so verteilt auch von Randow gelegentliche Seitenhiebe an die Philosophie (die beispielsweise jahrhundertelang – angeblich – nach dem absoluten Denkanfang suchte, S. 143, obwohl – haha – jedes Kind weiß, dass es den nicht gibt). Andrerseits zeigen dann gerade diese Autoren, dass sie weder die historische noch die aktuelle philosophische Diskussion kennen. So bemängelt von Randow, den fehlenden "Meinungsstreit" um Theorien (S. 149). Ich empfehle ihm Literatur zur Wissenschaftstheorie (z. B. von Randow Wolfgang Stegmüller, Wolfgang Balzer, Carlos U. Moulines).
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Links
Randow Gerd Gigerenzer: Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken
Randow Drei-Kasten-Problem – Gefangenenproblem – Drei-Türen-Problem – Ziegenproblem
Randow Literatur zum Ziegenproblem
Literatur
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Randow RandowGero von Randow: Das Ziegenproblem. Denken in Wahrscheinlichkeiten. Reinbek: Rowohlt, 2004. Broschiert, 208 Seiten

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 29.8.2005