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Unger
Peter Unger: Philosophical Relativity
New York: Oxford University Press, 2002. 132 Seiten – unger Linksunger Literatur
Man merkt der Neuauflage von Philosophical Relativity nicht an, dass der Text aus 1984 stammt. Erfrischend sind die Ideen, die Unger ausbreitet und diskutiert. Erstaunlich, dass diese Überlegungen – soweit ich sehe – so wenig rezipiert wurden.
Es gibt viele unentschiedene philosophische Fragen, für die im Laufe der Jahrhunderte viele Pros und Contras ausgetauscht wurden. Ein Ende der Diskussion oder gar eine Entscheidung ist nicht in Sicht. Warum ist das so?
Peter Unger wirft dazu ins Felde, ob diese Probleme (k)eine eindeutig objektive Lösung zulassen.
Er gibt 3 Möglichkeiten dafür:
  1. Sie übersteigen prinzipiell unsere Fähigkeiten (z. B. unger Goldbachsche Vermutung)
  2. Sie übersteigen unsere derzeitigen Fähigkeiten (z. B. unger Bewußtsein und Leib-Seele-Problem)
  3. Es gibt keine objektive Antwort.
Zum Fall 3: Antworten hängen von Prämissen und Voraussetzungen ab; diese sind oftmals zufällig und subjektiv. Demzufolge stellt Unger zwei Relativitätsthesen auf und diskutiert sie:
  • Semantische Relativität
  • Philosophische Relativität (bezogen auf Wissen, Gewissheit, Freiheit, Kausalität, Erklärung)
Die Semantische Relativität spielt Unger anhand von Kontextualismus und Invariantismus durch. Ein Kontextualist kann leicht erklären, warum unsere Alltagsaussagen wahr oder meist wahr sind. Der Invariantismus unterstützt skeptische (Hypo)Thesen. Nach der These der Semantischen Relativität gibt es dazu keine letztlich zutreffende Position: es gibt keine objektiven Kriterien um zwischen den beiden Positionen zu entscheiden.
Unger hat recht: philosophische Problem sind oft komplexer als man annimmt. Die (vergebliche) Suche nach einfachen Antworten zeigt, dass oft Kombinationen und fallweise Unterscheidungen der vorgeschlagenen Lösungen angebracht sind. Insgesamt stellt Unger die Lage aber als zu beliebig dar (*): wir müssen uns zwischen den diskutierten Varianten nicht entscheiden, da wir es objektiv nicht können und es aufgrund der Beschaffenheit der Probleme nicht möglich ist.
(*) Anmerkung: es mag sein, dass dieser Eindruck nur entstand, weil man es mir widerstrebt die Suche nach einfachen Lösungen so einfach aufzugeben, und weil man Philosophical Relativity aus etwas Abstand – nicht unmittelbar nach der Erstlektüre – beurteilen muss.
Philosophical Relativity ist Einstiegsbuch in der Diskussion philosophischer Probleme. Wer es bisher versäumte sollte es schnell lesen: Pflichtlektüre. Die Neuauflage aus 2002 macht dies möglich.
Links
Peter Unger, Professor of Philosophy an der New York University: UngerNYU PhilosophyUngerWikipedia
Literatur
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unger UngerUnger, Peter: Philosophical Relativity. New York: Oxford University Press, 2002. 132 Seiten
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