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Sybille Krämer, Bewußtsein
Sybille Krämer: Bewußtsein. Philosophische Beiträge
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1996. Broschiert. 250 Seiten
Dieser Sammelband umfasst elf Originalbeiträge zum Thema Bewusstsein aus philosophischer Sicht. Sie sind in vier Abschnitte gegliedert
  • Was heisst »Bewußtsein«?
  • Selbstbewußtsein, Subjektivität, Person
  • Naturalisierungsabsichten
  • Phänomenologische und pragmatische Perspektiven
und decken ein breites Spektrum von Perspektiven ab. Darunter sind auch traditionelle Positionen, die mit dem Rücken zur Wand gegen den Physikalismus fechten. Unklar ist mir, wie beispielsweise die folgende These begründet wird. "Da die Philosophie in einem für sie wesentlichen Sinne mit Bewußtsein befaßt ist, wird mit der Eliminierung von Bewußtsein auch die Philosophie selbst eliminiert" (Manfred Frank: "Ist Subjektivität ein »Unding«?" S. 67). Zum einen gibt es in der Philosophie sehr viele andere wesentliche Themen, zum anderen gibt es selbst für die meisten Physikalisten das Phänomen Bewußtsein, es wird nicht von allen weggeredet. Die Eliminierung geschieht durch Identitätsbehauptung mit neuronalen Zuständen oder Prozessen. Auffallend in den Aufsätzen war mir die zweifache Verwendung der Subjekt-Objekt Beziehung. Oft wird die Subjekt-Objekt Trennung dafür haftbar gemacht, daß das Bewußtsein zum problematischen Gegenstand wird. Andrerseits wird diese erkenntnistheoretische Situation des Forschers angeführt, um (vermeintlich) nachzuweisen, daß das Bewußtsein ein unlösbares Problem sei: Das Subjekt kann nicht zugleich Objekt sein, ohne daß wesentliche Eigenschaften aus dem Sichtfeld geraten.
Gerade in der umfangreichen und kontroversen Diskussion um das Bewußtsein (man muß bedenken: viele Wissenschaften arbeiten gleichzeitig, manchmal interdisziplinär am Thema), altern die einzelnen Beiträge der Philosophen rasant. Die angelsächsische Dominanz setzt dem deutschen Diskurs gerne Schlußlichter an. Beides ist nicht gerechtfertigt.
  1. Man versteht die gegenwärtige Diskussion sehr viel besser, wenn man die Ausgangspunkte und den Hergang kennt; wenn man auch verworfene Positionen (und die Gründe dafür) versteht.
  2. Die angelsächsische Dominanz im philosophischen Diskurs muß man schon als diskriminierend bezeichnen. Die zitierparadeZitierparade: Die meistrezipierten deutschsprachigen Philosophen der Gegenwart in 2002 von Information PhilosophieInformation Philosophie im Internet ist ein Skandal, weil wichtige analytische Philosophen fehlen, sie werden kaum wahrgenommen.
Fazit zu den philosophische Beiträgen ums Bewußtsein: die Vielseitigkeit des Sammelbands garantiert auch Jahre nach dem Erscheinen für jeden Leser erhellende Beiträge. Empfehlenswert
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Sybille KrämerSybille Krämer, Professorin für Philosophie am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin
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Sybille Krämer Sybille Krämer, Bewußtsein Sybille Krämer: Bewußtsein. Philosophische Beiträge. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1996. Broschiert. 250 Seiten

Sybille Krämer, Bewußtsein
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 28.12.2003