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Eichelbeck
Reinhard Eichelbeck: Das Darwin- Komplott. Aufstieg und Fall eines pseudowissenschaftlichen Weltbildes
O.O.: Riemann 2002. Gebunden, 379 Seiten – eichelbeck Linkseichelbeck Literatur
Der Witz dieses Buches ist, dass es sich streckenweise wie auf sich selbst bezogen liest. Das Komplott ist dieses Buches selbst. Der Text beschreibt ein pseudowissenschaftliches Weltbild, von dem ich hoffe, dass es nicht aufsteigt und somit nie fallen kann.
Eigentlich könnte ich die Buchbesprechung recht kurz halten und von diesem Machwerk abraten. Das Motto dazu findet man im Werk selbst (S. 305).
“Transcurramus sollertissimas nugas”
Seneca: Epistulae morales ad Lucilium. Liber XIX Epistula CXVII, 30
Durcheilen wir diese überschlauen Possen
Doch dann erhalte ich alle paar Wochen Nachfrage-E-Mails und müßte – so ich sie seriös beantworten will – wieder in das Buch (das ich aus einer Bibliothek habe, uff eichelbeck wie gut!) einsteigen. Deshalb gehe ich den umgekehrten Weg und bespreche Das Darwin-Komplott ausführlich.
Wem das zuviel ist, der liest gleich im eichelbeck Fazit die Zusammenfassung.
Wenn ein Autor durchgängig den Begriff "Darwinismus" verwendet, kann man vermuten
  • es ist die Evolutionstheorie, Stand 19. Jahrhundert, gemeint. Es ist also eine historische Untersuchung oder der Autor will mit den Kenntnissen des 21. Jhdts. den Forschern des Darwinismus aus dem 19. Jhdt. Fehler und Lücken nachweisen oder der Autor ist selbst noch auf dem Stand von ca. 1900.
  • es ist zwar die inzwischen erweiterte und veränderte, kurz: die neueste Evolutionstheorie gemeint, der Autor hat aber noch nicht gemerkt, dass seitdem 100 bis 150 Jahre weiter geforscht wurde; oder der Autor will leichtes Spiel haben.
Der Begriff "Darwinismus" ist, ähnlich wie "Abstammungslehre", für die Zeit bis cirka 1890 passend. August Weismann wies um 1900 nach, dass »erworbene Eigenschaften« nicht vererbt werden. Der Lamarckismus (Vererbung erworbener Eigenschaften) wurde damit als falsch erkannt. Der Darwinismus erfuhr dadurch seine erste größere Korrektur und Erweiterung. Viele folgten. Der Begriff "Darwinismus" ist seitdem – ausser in historischen Kontexten – überholt.
Für das vorliegende Buch zeige ich,
  • dass der Wissensstand des Autors arg veraltet ist (vielleicht aus einem unbewussten Widerstand: der Autor will die letzten 100 Jahre der Evolutionstheorie nicht zur Kenntnis nehmen, damit er einen einfacheren Gegner hat) und
  • dass er sogar innerhalb des veralteten Darwinismus die Thesen durcheinander bringt oder nicht verstanden hat.
Eichelbeck führt in "Ein einleitendes Pamphlet" die wichtigsten Punkte der biologischen Evolution cum grano salis korrekt auf (S. 17-18). Ich wiederhole mit anderen Worten (ohne den Pamphlet-Charakter aber mit Eichelbecks Nummerierung); meine Hinzufügungen sind kursiv:
  1. evolutionäre Entwicklung, gemeinsame Abstammung aller Lebewesen
  2. Variabilität (Rekombination, Mutation; Gendrift)
  3. Reproduktion und Vererbung; "Struggle for Life"
  4. Anpassung durch Selektion
  5. Anpassung durch Selektion
  6. Sippenselektion ("kin selection") und sexuelle Selektion
Eichelbeck nennt in seiner Aufzählung nicht:
  • aktuell wird der Punktualismus (Veränderungsschübe) diskutiert
  • Artenvielfalt durch Aufspaltung: Bildung neuer Arten
  • Prozesse der Selbstorganisation
Davon erwähnt der Autor den Punktualismus häufig als Beleg gegen den überholten Darwinismus; hier hat er recht, merkt aber nicht, dass dies ein innerhalb der Evolutionstheorie diskutierter Sachverhalt ist, also nicht als Beleg dagegen angeführt werden kann: er ist Teil der Theorie.
Erst später – im historischen Abriss – nennt der Autor Grundsätze der synthetischen Evolutionstheorie (S. 115), von denen aus dieser Liste nur die Rekombination (Punkt 2 bei Eichelbeck, S. 115) ein wichtiger, neu hinzu gekommener Grundsatz ist. Viele andere Aspekte (Mendelsche Vererbungslehre, später molekulare Genetik) der Synthetischen Evolutionstheorie erwähnt Eichelbeck hier nicht einmal.
Die Struktur des Werkes ist
  • ein historischer Abriss ("II. Aufstieg und Fall: Die Karriere eines Irrtums"),
  • Widerlegungsversuche von 4 Schlagworten ("III: Eine Mythensammlung") und
  • Konzept eines alternativen Modells ("IV. Unterwegs: Auf der Suche nach neuen Denkmodellen").
Bis zur Schnittstelle zwischen III. und IV. sollten also im Buch die Schwächen der Evolutionstheorie soweit heraus gearbeitet sein, dass klar ist, dass man neue Modellen suchen muß.
Leider nimmt aber Eichelbeck diese Schnittstelle durch zahlreiche Behauptungen und durch seine Wortwahl von Anfang an vorweg. Das zu Zeigende ist – zumindest in Eichelbecks Herangehensweise – schon ab der Seite 11 präsent und gesichert obendrein. Zudem benutzt er das beliebte Verfahren: irgendwo widersprechen Leute der Evolutionstheorie pauschal oder streiten Experten über Details (Gradualismus / Punktualismus) oder sind wichtige Fragen (chemische Evolution; Entstehung des Lebens; des Bewußtseins) noch offen. Daraus verallgemeinern Laien, so auch Eichelbeck: die Evolution ist umstritten. Sie ist in Wissenschaftskreisen prinzipiell nicht umstritten.
Einige Beispiele aus dem Buch:
  • die Lebewesen kamen – woher, das wissen wir nicht – (S. 11): nach allem derzeitigen Wissen spricht nichts für einen extraterristischen Ursprung des Lebens. Die Aus-dem-All-These spricht der Autor später selbst an und verwirft sie. Volle Zustimmung dazu. Er sät aber schon ab der ersten Textseite einen Zweifel, den es nicht gibt und den er letztlich selbst nicht teilt!
  • Ob zufällig, absichtlich "oder auf Befehl" ist strittig (S. 12).
    Nein, weder Absicht noch Befehl ist erkennbar.
  • Eichelbeck stellt von Anfang an die wissenschaftliche Theorie der Evolution auf eine Stufe mit Märchen und Mythen (z.B. S. 12).
  • aus umstrittenen Einzelfragen stellt Eichelbeck das gesamte darwinistische Denkmodell in Frage (S. 13).
Eichelbeck trivialisiert viele Beispiele
Der lange Hals gibt Giraffen einen Vorteil, da sie auch höher oben wachsende Nahrung erreichen können. Eichelbeck bezieht sich auf eine Fallstudie Lamarcks, dessen Vererbung erworbener Eigenschaften aber nicht oder nur sehr abgeschwächt Teil der heutigen Evolutionstheorie ist. Der Autor trumpft nun auf: wie konnten und können dann junge Giraffen (mit geringerer Größe + kürzerem Hals) überleben? Dabei heisst Überlebensvorteil hier nicht zugleich, dass die Savanne oder der Wald plötzlich zur pflanzenlosen Wüste wurde (S. 30-31) und die jungen Giraffen hungern müssen.
Den Schöpfungsmythos der Bibel greift Eichelbeck dadurch an, dass Gott dort "allerlei Kraut" den Menschen als Speise gibt (1 Mos 1.29), aber "von Beefsteak, Hamburger und Grillhendl" keine Rede sei (S. 53). Ich meine, darüber muß man kein Wort verlieren.
Ziemlich am Ende postuliert der Autor eine Intelligenz, die für die Organisationsleistung in der Natur kausal verantwortlich ist. Dabei zeigt er erneut seine geistigen Schranken. Diese Intelligenz muß "irgendwo angesiedelt sein" (S. 301). Fast alle, die ich kenne, und die eine höhere geistige Macht annehmen, siedeln diese gerade nicht in Raum und Zeit an.
Logische Überlegung führt den Autor oft zu erstaunlichen Erkenntnissen; wobei er diese nicht immer preisgibt. Im Falle der Folgerung, dass der Kosmos unendlich sein muß, tut er es (S. 339): "Wenn er endlich wäre, müßte er irgendwo ein Ende haben". Das ist halt – wie so oft beim Autor – zu knapp vorbeigesprungen (eichelbeck Mangel an Vorstellungskraft). Die Kugeloberfläche ist endlich, doch wo ist ihr Ende?
Eichelbeck widerspricht sich
evolution "Die Mehrheit [der Tiere, H.H.] stirbt eines natürlichen Todes" (S. 136). – Von den Lebewesen mit sehr vielen Nachkommen ... werden ... regelmäßig sehr viele gefressen (S. 140). Na also, doch!? Oder ist Gefressenwerden ein natürlicher Tod? – "Fressen und Gefressenwerden [ist] in der Natur ein notwendiges und sinnvolles Prinzip" (S. 175).
evolution Die oben genannte erste These der Evolution ist die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen. Die Entdeckung des gleichen genetischen Codes in verschiedenen Arten ist nach Ernst Mayr "die entscheidende Bestätigung für Darwins Hypothese" (zitiert in Eichelbeck S. 310). Ohne es hier zu sagen, meint Eichelbeck, dass dem nicht so ist. Er gibt ein Analogon anhand der Literatur: "genausogut könnte sagen, daß alle Werke der deutschen Literatur von einem gemeinsamen Vorfahren ... abstammen, weil sie das gleiche Alphabet verwenden" (S. 310). Das Beispiel passt, doch Eichelbeck interpretiert es falsch. Der gemeinsame genetische Code ist eine Bestätigung der These der gemeinsamen Abstammung, analog wie die Werke der deutschen Literatur darauf schließen lassen, dass die verwendete Sprache auf einen Sprachursprung zurückgeht. Alle diese Autoren deutscher Zunge haben diese Sprache von den germanischen Vorfahren. Das gilt selbst dann, wenn ein zugewanderter Slawe die deutsche Sprache benutzt. Eine Seite weiter zitiert Eichelbeck Ernst Mayrs Behauptung nochmals, jedoch ohne den Zusatz "entscheidende". Da ich nicht annehme, dass sich Mayr so wiederholt wie Eichelbeck, ist eines der beiden Zitate falsch. Zum zweiten Zitat meint der Autor, das sei keineswegs eine Bestätigung, "denn darüber sagt sie nichts aus – aber ein Hinweis auf unsere gemeinsame Abstammung ist sie schon" (S. 311). Also doch eine Bestätigung der These Darwins!
Eichelbeck wiederholt sich
In einem populären Sachbuch ist Wiederholung unvermeidlich, ja sogar erwünscht: "Repetitio est mater studiorum" (zufall Zitate von Horaz). Peinlich sind Wiederholungen wörtlicher Zitate wenn sie voneinander abweichen (Ernst Mayr S. 310 / S. 311). Oder von Behauptungen, die sich kurz hintereinander wörtlich wiederholen und die sogar noch Unterschiedliches oder Ähnliches unter verschiedenen Blickwinkeln aussagen. Siehe beispielsweise die zufall Argumentation für die Anwesenheit einer höheren Intelligenz.
Zufall / Darwinismus
Einen weiteren verbreiteten Fehler der Evolutionskritiker lässt auch Eichelbeck nicht aus. Man greift einige Thesen der Evolution an, übersieht aber, dass die Alternative mit den selbst vertretenen anderen Angriffspunkten nicht zusammenpasst.
Zufall
Durchweg kritisiert Eichelbeck den Zufall, versucht durch den notorischen Zusatz "blind" emotionalen Widerstand zu erregen. Andrerseits greift der Autor aber auch eine der Hauptthesen der Evolution – die gemeinsame Abstammung aller Lebewesen – an (S. 21-22 und an vielen anderen Stellen). Wenn also das Leben nicht an einer Stelle (oder nur wenigen Stellen) entstand und alle anderen Lebewesen davon abstammen, dann müßte der Kritiker annehmen, dass es an vielen Stellen entstand oder sich gar weltweit gleichzeitig entwickelte. Der kritisierte Zufall dafür wäre wohl noch unglaubwürdiger.
Siehe zufall Horror vorm Zufall.
Darwinismus
Obwohl Eichelbeck den Darwinismus insgesamt an den Pranger stellt (und in seiner Kritik manchmal nicht die verschiedenen Thesen unterscheidet) bekennt er sich an vielen Stellen zur Evolution. Daraus folgere ich: ihm geht es um eine Pauschalkritik, damit er dann sein Modell (die "intelligente Kraft") einführen kann.
Eichelbeck hat die Thesen Darwins nur ungenügend durchdacht
darwin Die natürliche Auslese ist keine schöpferische Instanz, wie Eichelbeck so oft behauptet. Wenn man überhaupt (Eichelbeck kritisiert zurecht diese Wortwahl) von einer schöpferischen Komponente reden will, so ist es die Variabilität (also Rekombination und Mutation). Darwin wirft er (zu unrecht) vor, die Selektion als eine schöpferische Instanz zu betrachten (S. 225). Der Autor weiß es an anderer Stelle, dass die natürliche Auslese im darwinschen Gebrauch keine schöpferische Kraft ist (S. 227).
Dabei greift Eichelbeck im gesamten Werk gerade diese beiden Thesen der Evolution an: Variabilität und natürliche Selektion. Er verwirft sie als offensichtlich falsch und vermisst experimentelle Bestätigung. Er selbst beschreibt entsprechende Versuche und meint dazu, sie zeigen eine Binsenwahrheit, die keiner experimentellen Bestätigung bedurft hätte (S. 193).
darwin Vielleicht von Darwin fehlgeleitet, der auch gelegentlich von "perfection" schreibt, beklagt Eichelbeck, dass in der Natur nicht absolute Vollkommenheit erzielt wird (S. 199). Dabei übersieht er, dass die Natur im dynamischen Gleichgewicht ist. Die Faktoren der Evolution sind ständig am Werk (das aber sagt Darwin mehrfach!), das heisst eine vollkommene Anpassung ist in den wenigsten Fällen zu erwarten. Ausgenommen wieder die Fälle (die Eichelbeck gegen den Darwinismus ins Felde führt), wo sich das Umfeld kaum ändert: Anpassung unnötig; oder wo die Lebensform so primitiv ist, dass sie allen Umweltbedingungen gewachsen ist.
darwin Im Ausdruck "survival of the fittest" ist "fitness" keine Stärke wie Eichelbeck definiert (S. 29) und daraus dann eine Selbstmordstrategie folgert, die es tatsächlich in der Natur nicht gibt. J. V. Carus übersetzt 1884 völlig passend: "Das Überleben des Passendsten", Carl W. Neumann, Stuttgart: Reclam, 1974, übersetzt: "Das Überleben des Tüchtigsten". Eichelbeck erliegt durchgängig dem Fehler, die Selektion des Stärksten anzunehmen. An anderer Stelle gibt er für "fit" drei Bedeutungen an (S. 134). Die erste verwirft er (zurecht) und schon stürzt er sich auf die dritte, das ist "stark". Cassell's Dictionary, New York 1978, gibt sieben adjektivische Bedeutungen: passend, geeignet, angemessen, geziemend; schicklich; fähig, tauglich. "Fit" ist passend fit mit passend, geeignet oder tauglich wiederzugeben. Dabei findet der Autor an anderer Stelle eine sehr gute Übersetzung für "survival of the fittest". Eichelbeck erinnert den Leser, dass dies nichts anderes bedeutet als "natürliche Selektion" (S. 137).
Richtig erscheint mir dagegen Eichelbecks Kritik am Superlativ "fittest" und den deutschen Entsprechungen
Nicht genug, Eichelbeck meint, dass "ein Blick auf die Realität zeigt", dass nicht die am besten Angepaßten überleben (S. 48). Leider sagt uns der Autor nicht, wohin sein Blick gerichtet ist. Schwerer zu entkräften ist eher der entgegengesetzte Vorwurf: dass der Angepasste überlebt, sei eine Tautologie.
darwin Da seit dem Neodarwinismus mit August Weismann (nicht bei Darwin!) die Vererbung erworbener Eigenschaften abgelehnt wird, folgert Eichelbeck zurecht, dass die aktive Anpassung als Entwicklungsfaktor entfällt. Man nickt, doch gleich bezweifelt der Autor dann die Anpassung insgesamt (S. 107). Die passive Anpassung durch Veränderung und Selektion läßt er unter den Tisch fallen; aktuelle Diskussionen, wie das Prinzip der nicht vererbbaren angelernten Verhaltensweisen durchbrochen sein könnte, verschweigt er.
darwin Hinter dem Prinzip "survival of the fittest" sieht Eichelbeck einen Trieb (S. 142). Es gibt einen Überlebenstrieb der Lebewesen. Doch vom "fittest" ist der weit entfernt. Ausser dem Menschen kennt kein Lebewesen weder bewußt noch triebhaft diesen Begriff.
Horror vorm Zufall
Eichelbeck hat ein Problem mit dem Zufall, den er durchweg "blind" nennt. Der Zufall ist genauso wenig blind wie eine Primzahl oder ein Naturgesetz. An anderer Stelle sind wir "Sklaven des Zufalls" (S. 110, S. 126). Dazu möchte ich Moritz Schlick zur Lektüre empfehlen.
„Da Naturgesetze nur Beschreibungen dessen sind, was geschieht, so kann bei ihnen von einem »Zwange« gar keine Rede sein. Die Gesetze der Himmerlsmechanik schreiben den Planeten nicht vor, wie sie sich zu bewegen haben, gleich als ob die Planeten sich eigentlich ganz anders bewegen möchten und nur durch diese lästigen Keplerschen Gesetze genötigt würden, in ordentliche Bahn zu bleiben; nein, diese Gesetze »zwingen« die Planeten in keiner Weise, sondern sagen nur aus, was Planeten tatsächlich tun.“
Moritz Schlick: Fragen der Ethik. Frankfurt: Suhrkamp 1984. S. 158
Wenn man bei Naturgesetzen an die Thesen der Evolution denkt, darunter die der zufälligen Mutation und für „Zwang“ jeweils „Sklave“ einsetzt, so kann man Eichelbeck ins „Gebetbuch schreiben“:
„Da die zufällige Mutation nur eine Beschreibung dessen ist, was geschieht, so kann bei ihnen von einem »Sklave des Zufalls« gar keine Rede sein.“
Dies gilt auch dann, wenn man die zufällige Mutation als eine zutreffende Beschreibung bestreitet. Wenn man darüber redet und urteilt, muß man die Intention des Biologen zugrunde legen.
Eichelbeck staunt über das Gleichgewicht in einem Biotop, nennt die richtige Antwort: "Mutations-Selektions-Mechanismus" und verwirft sie sogleich, weil weder "der Zufall noch ein blinder Egoismus" dies bewerkstelligen können (S. 179). Stattdessen deutet er ein übergeordnetes Prinzip an, dass er im letzten Abschnitt nochmals hervorholt. Wo der große Unterschied zwischen einem Mutations-Selektions-Mechanismus, Zufall und Prinzip sein soll, erörtert der Autor freilich nirgends.
Eichelbeck hat Vorstellungsschwierigkeiten
Er findet das Entstehen der natürlichen Vielfalt und Komplexität "unglaublich" (S. 26; S. 277). Ziemlich am Ende noch fasst er "Darwins Lehre" in zwei Sätzen gut zusammen und bekennt, "es fällt schwer, das zu glauben" (S. 309). Dabei übersieht er:
  • die Vorstellungsschwäche sagt nichts über eine wissenschaftliche Theorie
  • wissenschaftliche Theorien sind keine Glaubenssachen; entweder sie sind millionenfach belegt (wie die Evolution) oder eben nicht.
Hier tritt wieder ein verbreiteter Kardinalfehler der Evolutionskritiker auf. Ihnen fehlt es an Vorstellungskraft und sie unterschätzen die langen Zeiträume.
"Unser Verstand kann kaum die volle Bedeutung des Ausdrucks »eine Million Jahre« erfassen, er kann aber noch weniger die Gesamtwirkung vieler geringer Abänderungen errechnen und überblicken, die während einer fast endlosen Zahl von Generationen angehäuft worden sind", Darwin 2004, S. 667-668; siehe eichelbeck Literatur.
Dann passiert regelmässig das Folgende: das klare Verfahren wird für unwahrscheinlich gehalten und stattdessen wird dann ein Mysterium postuliert , eine "intelligente Kraft", ein "intelligenter Designer", ein Gott oder mehrere Götter. Deren Eigenschaften werden so extrem angesetzt, dass man über Wahrscheinlichkeiten kaum noch reden kann. Das Sonderbare: dies wird dann für akzeptabel, sicher und glaubhaft gehalten.
An einer Stelle trifft Eichelbeckeine Einordnung des Zufalls. Es wirkt "ein blinder [sic!] und zufälliger Mechanismus. Etwas, das unter dem Menschen steht, nicht über ihm" (S. 96). Diese Hierarchie eines abstrakten Begriffs und des Menschen ist wie eine gelbe Primzahl.
Natürlich greift Eichelbeck auch das angebliche Fehlen von Zwischenformen ("missing links") auf. Dabei wies dies schon Charles Darwin zurück. Aufgrund der geologischen Zeiträume und der – im Vergleich zu den einmal existenten Arten – spärlichen Fundlage haben wir kein Recht unmittelbare Bindeglieder zu erwarten (Darwin 2004, S. 643; siehe eichelbeck Literatur).
Manche Argumentationen strotzen vor Voreingenommenheit, Wortverwechslungen oder schlicht Unkenntnis, dass ich nicht näher darauf eingehen will. Ich weise nur kurz darauf hin:
– 90 Jahre Drosophila-Experimente haben die Milliarden Jahre Evolution nicht nachvollzogen (S. 112),
– Mäusegene bleiben Mäusegene (S. 118),
– Evolution kann nach des Autors Vorstellung von Zufall und Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden (S. 272).
Eichelbeck, Gott und Evolution
Richtig ist, dass Darwin Naturvorgänge, die vor ihm von einem Schöpfergott beherrscht waren, ohne diesen erklärt hat. Er hat "Gott, den Schöpfer, aus der Evolution verbannt" (S. 104). Daraus folgert Eichelbeck (und nicht nur er), dass damit Gott gänzlich ausgebootet sei. Wie viele gottesgläubige Evolutionsbiologen zeigen, ist diese Folgerung überzogen. Evolution und Gott sind kompatibel.
Eichelbeck tadelt die Wortwahl der Naturwissenschaftler (S. 26-27),
die eine Schöpfung, eine zugrundeliegende Funktionalität oder eine Zielgerichtetheit suggeriert. Dieser Vorwurf trifft. Doch ich meine, diese Denkschemata sind in Tradition und Sprache so fest verankert, dass selbst Richard Dawkins entsprechende Worte nicht vermeiden kann. Sie vereinfachen die Beschreibung der Vorgänge. Oft spricht man einfach vom "Fehler" bei der Replikation der DNS. Streng genommen sind es keine Fehler. Die Natur macht keine Fehler. Nur aus menschlicher Sicht, die von der Herstellung einer identischen Kopie ausgeht, ist eine Abänderung ein "Fehler". Zurecht setzt Eichelbeck (aber ich vermute aus anderen Gründen) den Begriff "Fehler" daher in Anführungszeichen.
Eichelbeck geht zu weit (und zeigt damit seine Neigung zur Kritik um jeden Preis) wenn er aus der Wortwahl ("Schöpfungsvokabular") auf einen verkappten Schöpfungsmythos (S. 27) folgert.
Eichelbeck stellt manches (bewußt?) falsch dar
darwin Dass Darwin Lamarckist war, also von der Vererbung erworbener Eigenschaften ausging, wird weder verschwiegen noch herunter geredet, wie Eichelbeck behauptet (S. 27). Darwin konnte noch ziemlich wenig über Vererbung wissen. Alle wichtigen Entdeckungen dazu wurden nach 1859 gemacht. Gregor Mendels Erkenntnisse zur Vererbung wurden gar erst im 20. Jahrhundert wieder entdeckt.
darwin Völlig überlesen hat der Autor (oder er ignoriert es bewußt), dass Darwin den "Kampf ums Dasein" ("struggle for existence") sehr weit auffasste und keineswegs so betonte oder in Kriegsmetaphern kleidete, wie es Eichelbeck seinen Lesern nahelegt.
"I should premise that I use the term Struggle for Existence in a large and metaphorical sense, including dependence of one being on another, and including (which is more important) not only the life of the individual, but success in leaving progeny", The Origin of Species
"Es sei vorausgeschickt, daß ich die Bezeichnung »Kampf ums Dasein« in einem weiten metaphorischen Sinne gebrauche, der die Abhängigkeit der Wesen voneinander, und was noch wichtiger ist: nicht nur das Leben des Individuums, sondern auch seine Fähigkeit, Nachkommen zu hinterlassen, mit einschließt", Darwin 2004, S.101; siehe eichelbeck Literatur.
Statt dass Eichelbeck diese frühe Klarstellung Darwins zum "Kampf ums Dasein" berücksichtigt hätte, zitiert er mit Vorliebe (S. 123, 131) eine der beiden einzigen Verwendungen von "war of nature" in The Origin of Species (vom Ende des Werkes). Er behauptet sogar, dass Darwin "immer wieder" ... "vom »Krieg der Natur« (»war of nature«) spricht" (S. 138). Das ist falsch.
The Origin of Species struggle to struggle "war of nature"
Anzahl von benutzten Ausdrücken 49 22 2
Die 49-malige Verwendung von "struggle" erfolgt in Wendungen wie "struggle for existence", "struggle for life"oder nur "struggle".
Einen weiteren geistigen Purzelbaum schlägt der Autor, wenn er auf seiner Kriegsmetapher beharrt. Darwin beschreibt, wie die Mechanismen der Evolution, besonders Konkurrenzdruck und Selektion immer wieder neue Arten hervorbringen. Eichelbeck widerspricht: Kriege bringen keinen Fortschritt sondern Zerstörung (S. 103, S. 135, S. 147). Richtig, doch Darwin verwendet ja nicht die Kriegsmetapher, dies tut einzig Eichelbeck. Und wenn im Zusammenhang mit der Evolution vom "war of nature" die Rede ist, ist nicht der Zweite Weltkrieg gemeint. Kein Witz: Eichelbeck selbst kommt auf "die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs (S. 103).
Die Betonung des Kriegs im Darwin-Komplott entspricht weder Darwins Intention noch der Wortwahl in The Origin of Species. Der Autor drischt eine Kriegsbetonung, die er selbst herbeifantasiert hat.
darwin Geradezu absurd ist die Argumentation, dass – unterstellt man den Superlativ der Passendste setzt sich durch – es nur noch 1 Art geben dürfte, eben jene Passendste (S. 134). Hier verrät Eichelbeck wieder, dass er den Prozeß der Evolution noch nicht verstanden hat: das "fittest" bezieht sich auf die jeweilige Umgebung. Wer hauptsächlich in der Luft lebt hat andere Überlebensbedingungen als ein Meerestier, das Bakterium in einem anderen Lebewesen hat wieder andere usw. In ihrer jeweiligen Region kann es viele Passendste geben.
darwin Richtig ist, dass auch Darwin oft in die oben getadelte Wortwahl verfällt. So personalisiert er die Zuchtwahl (Eichelbeck erscheint sie daher wie der "liebe Gott", S. 24) und schreibt, dass sie an der Verbesserung der organischen Wesen arbeite (Darwin 2004, S.126; siehe eichelbeck Literatur). Eichelbeck übersetzt das englische "improvement" mit Vervollkommnung. Das ist noch um eine Stufe irreführender. Die Selektion verhindert, dass sich unvorteilhafte Eigenschaften weiter vererben. Dadurch bleiben vorteilhafte und neutrale erhalten. Dies beachtend kann man von einer Verbesserung in Bezug auf die jeweilige Umweltsituation sprechen; keinesfalls aber von einer Vervollkommnung. Das ist falsch übersetzt.
Wobei festzuhalten ist, dass Darwin am Ende feststellt:
"And as natural selection works solely by and for the good of each being, all corporeal and mental endowments will tend to progress towards perfection."
"Und da die natürliche Zuchtwahl nur durch und für den Vorteil der Geschöpfe wirkt, so werden alle körperlichen Fähigkeiten und geistigen Gaben immer mehr nach Vervollkommnung streben", Darwin 2004, S.677; siehe eichelbeck Literatur.
Darwin selbst verwendet hier also "perfection"; gemeint ist in Bezug auf die jeweiligen Lebensumstände. Das ersieht man daraus, dass er an anderer Stelle vom "Normalzustand von Vollkommenheit" schreibt (Darwin 2004, S.275; siehe eichelbeck Literatur). Wäre dies absolut gemeint, käme es zum Stillstand. Die Varaibalität ist aber gerade eine wichtige Säule des Darwinismus
(Im obigen Zitat kann man wieder "endowments" - "Gaben" als zu schöpferisch tadeln, wobei der Übersetzer Neumann aus dem neutralen "being" gar "Geschöpfe" macht).
darwin Eichelbeck möchte unbedingt den Darwinismus als Mythos darstellen. Seine Mythosdefinition nennt drei Bedingungen. Kurzerhand behauptet er, alle drei träfen auf den Darwinismus zu (S. 46). Das ist offensichtlich falsch. Ein Mythos beschäftigt sich nach Bedingung a) mit der Erschaffung des Menschen. Der Autor stellt fest, dass sich der Darwinismus mit der Entstehung des Lebens und der Erschaffung des Menschen beschäftigt. Das ist zweifach falsch.
  1. Die Entstehung des Lebens gehört nicht zum Erklärungsbereich des Darwinismus. Sie wird – ob ihrer enormen Wichtigkeit – im Rahmen der Evolution behandelt. Dabei wird der hypothetische Charakter gerade der Lebensentstehung ständig betont. Kutschera behandelt dies ausführlich im Kapitel 5 "Chemische Evolution und Ursprung der Zelle", S. 132-143. Er beschließt sein Kapitel damit, dass man "im Prinzip die Entstehung der ersten Protozellen erklären" könne, aber "noch viele Detailfragen zur chemischen Evolution offen sind" (Kutschera 2006, S. 143; kursive Hervorhebung im Original). Das hat nichts mit Mythos zu tun.
  2. Die Evolution spricht eben gerade nicht von der Erschaffung des Menschen, sondern vertritt die evolutionäre Entwicklung aller Lebewesen. Die Wortverwechslung von "Entstehung" zu "Erschaffung" ist besonders deshalb unfair, weil Eichelbeck damit erst einen Ansatzpunkt schafft um dem Darwinismus im nächsten Schritt wieder Schöpfungsmärchen vorzuwerfen.
darwin Oft verwendet Eichelbeck suggestiv falsche Worte. Bei ihm hat Darwin den Darwinismus erfunden (S. 78), also im Sessel ausgedacht. Weismann ist der Erfinder des Neodarwinismus (S. 193).
Ein Naturforscher erfindet normalerweise nichts, sondern beobachtet, beschreibt, erklärt, versucht Zusammenhänge zu finden und Naturgesetze.
Postulat der höheren Intelligenz
Das ungläubige Kopfschütteln (S. 277) und des Autors mangelnde Vorstellungskraft lassen ihn eine Intelligenz auf einer höheren, geistigen Ebene postulieren: "Um die Annahme dieser Intelligenz kommen wir nicht herum" (S. 301). Einverstanden, um des Arguments willen. Doch dann gilt doch wohl auch Eichelbecks Diktum, dass "eine solche Intelligenz nicht einfach mysteriöserweise aus dem Nichts auftauchen kann" (S. 310). Und: diese Intelligenz, die eine so enorme, bestaunenswerte Organisationsleistung vollbringt, kann nicht durch "blinden Zufall" entstanden sein oder "einfach mysteriöserweise aus dem Nichts auftauchen". Wir kommen um die Annahme einer Superintelligenz nicht herum.
Richtig ist: Darwin vollzog den Abschied von einigen Mythen. Eichelbeck will uns wieder zu den Mythen zurückführen. Dazu wählt er im Abschnitt IV für das erste Kapitel den irreführenden Titel: "Abschied von den Mythen". Im Unterkapitel "Felder und Wellen" rückt er endlich heraus. Da er sich selbst scheinbar unsicher ist, bestimmt er die zuvor postulierte Intelligenz (S. 301) auf cirka 17 verschiedene Weisen. Da wird für jeden Leser, besonders für esoterisch gestimmte, schon ein Ah-Ja-Erlebnis dabei sein: "ein weder physikalisch noch chemisches Prinzip", dem "Bereich der Information zuzuordnen", "morphogenetisches Feld", "gestaltende Kraft", "formbildendes Feld". Eichelbeck beruft sich dabei auf Rupert Sheldrake. Die Theorie der Felder klingt gut, ist aber reine Spekulation. Wie so oft wird von den Evolutionskritikern etwas für sie Unglaubhaftes durch etwas Spekulatives ersetzt, dem sie dann – da nebulös oder mysteriös – mehr Erklärungskraft zusprechen. Siehe dazu eichelbeck Literatur.
Nicht seriös ist es, die offenen Fragen der Evolution zum Anlaß zu nehmen, die gesamte Theorie abzulehnen und eine andere Lösung (Felder; Überintelligenz) vorzuschlagen; dann sogar die mit der vorgeschlagenen Lösung neu auftretenden offenen Fragen zu benennen und den Leser zu vertrösten, dass diese Fragen "durch weitere Forschung geklärt werden können" (S. 326).
Argumentation für die Anwesenheit einer höheren Intelligenz
In Naturgesetzen offenbart [suggestiv theologischer Anstrich] sich das Wirken einer höheren Ordnung, behauptet Eichelbeck. Das führt in die bekannte infinite Hierarchie. Eine höhere Ordnung offenbart das Wirken einer noch höheren Ordnung, ... Die Wortwahl "Ordnung" ist hier noch sehr neutral. Sie soll möglichst allgemein zustimmungsfähig sein. Der Autor nimmt seine Behauptung sogleich als gültige Prämisse an und fährt fort: "Egal, wie wir sie nennen und wo wir sie ansiedeln – das Wesentliche ist: Sie existiert. Ihre Anwesenheit beweist sich durch ihre Wirkung" (S. 331).
Allerdings wechselt der Autor im nächsten Schritt den Begriff. Der Ordnung liegt keine höhere Ordnung zugrunde usw. ad infinitum, sondern es wird zur Intelligenz übergegangen. Dabei wird der Text im nächsten Absatz noch manipulativer: Wenn Abläufe ein hohes Maß an Intelligenz voraussetzen, dann muß diese Intelligenz vorhanden sein. Dem kann und muß jeder zustimmen, denn es heißt ja nur, "wenn". Zum vorherigen Absatz ging der Autor von der neutralen Ordnung zur Intelligenz über. Vielleicht liegt dem Ganzen die Implikation
Naturgesetze —> höhere Ordnung —> Intelligenz
zugrunde. Dann wäre die dann folgende Wiederholung sogar gerechtfertigt. Der Beleg für die Geltung der Implikation bliebe offen. Zunächst folgt eine Zwischenbehauptung (die der Autor – soweit ich sehe – leider nie mehr aufgreift):
"Intelligenz entsteht ebensowenig wie Ordnung zufällig aus dem Nichts oder aus dem Chaos",
S. 331
Folgt man dieser Zwischenbehauptung wäre der zweite Pfeil der obigen Implikation klar. Bezogen auf die Intelligenz wird nun wiederholt: "... egal, wie wir sie nennen und wo wir sie ansiedeln – das Wesentliche ist: Sie existiert. Auch sie beweist ihre Anwesenheit durch ihre Wirkung" (S. 331).
Der notwendige nächste Argumentationschritt wäre nun
(1) Intelligenz entsteht nicht zufällig aus dem Nichts Zwischenbehauptung des Autors
(2) Die Intelligenz existiert Konklusion aus obiger Argumentation

(3) Die Intelligenz entsteht/entstand aus XYZ  
Dieser Argumentationschritt unterbleibt und wird auch nirgends thematisiert. Wobei der Autor explizit den Satz "Kleine Ursache – große Wirkung" ablehnt (S. 337). Die Ordnung muß also die Naturgesetze übertreffen oder zumindest gleich sein (in welcher Eigenschaft? was ist hier mit Größe gemeint), die Intelligenz muß die Ordnung übertreffen und schließlich XYZ muß nochmals großartiger sein. Und so weiter.
Pantheismus

Stattdessen führt "logische Überlegung" nach Ansicht des Autors "zwangsläufig zu einem Pantheismus" (S. 335). Uns teilt er das zugrundeliegende logische Argument nicht mit. Weder das "logisch" noch das "zwnagsläufig" passt mit seiner Ansicht zusammen. Gäbe er uns die logische Überlegung preis, könnte wir schon entscheiden, ob wir ihm folgen; ob es zwangsläufig ist. Doch Eichelbeck unterlässt dies.
Fazit
Eichelbeck reduziert die Evolutionstheorie auf den Stand vor 1880, hat selbst dabei die Bedeutung von Mutation, Selektion und Anpassung nicht voll verstanden und nimmt in der gesamten Wortwahl das Ergebnis ("Darwinismus ist verfehlt") voraus.
Daher ist sein Das Darwin-Komplott als pseudowissenschaftliches Machwerk einzustufen. Dazu kommt, dass er keine bessere Alternative anbietet. Er gibt nur Denkrichtungen vor ("intelligente Kraft"). Das ist zu wenig um eine etablierte, bestens belegte Theorie zu stürzen, ja auch zu wenig um sie anzuzweifeln. Zudem: Die intelligente Kraft vermehrt die Erklärungsprobleme.
eichelbeck Anfang
Der Riemann Verlag gibt im Buch keinen Ort an. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren. Ich nehme mal wohlwollend an: die Mitarbeiter genieren sich, mit dem pseudowissenschaftlichen Das Darwin-Komplott oder seinem Verfasser in Verbindung gebracht zu werden. Es gibt diesen Verlag, siehe eichelbeck Links.
Links
darwinReinhard Eichelbeckdarwinbei Wikipedia
darwinRiemann Verlag
darwinJohannes Strauß: "Darwins Paradigma - Modell, Metapher oder Mythos?"
Charles Darwin: darwinThe Origin of SpeciesdarwinDie Entstehung der Arten (1884)
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Literatur
Dürr, Hans-Peter, Franz-Theo Gottwald, Hg.: Rupert Sheldrake in der Diskussion. Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens. Bern: Scherz, 1999. – eichelbeck Rezension
Kutschera, Ulrich: Evolutionsbiologie. Stuttgart: Ulmer, 2006. 2. akt. u. erw. Auflage. – eichelbeck Rezension
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eichelbeck EichelbeckReinhard Eichelbeck: Das Darwin-Komplott. Aufstieg und Fall eines pseudowissenschaftlichen Weltbildes. O.O.: Riemann 2002. Gebunden, 379 Seiten darwin
Charles Darwin: Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl. Hamburg: Nikol, 2004. Carl W. Neumann, Übs. Gebunden, 693 Seiten darwin
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