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Paul K. Moser: Empirical Justification
Paul K. Moser: Empirical Justification
Dordrecht: Reidel, 1985. Philosophical Studies Series in Philosophy Vol. 34. 263 Seiten – moser Autormoser Literatur
Eines der Spezialgebiete (neben Religionsphilosophie) von Paul K. Moser ist die Theorie des Wissens. Dazu sind neuere Bücher von ihm verfügbar (moser Literatur). Doch das nun fast 20 Jahre alte Empirical Justification ist immer noch aufschlußreich und studienswert. Es behandelt ein Spezialgebiet des Wissens: die empirische Rechtfertigung und fußt teilweise auf früheren Aufsätzen Mosers zum Thema.
Nach einleitenden Bemerkungen expliziert Moser das epistemische Regreß Problem.
Die Rechtfertigung für eine Überzeugung ist durch eine Überzeugung gerechtfertigt. Diese Kette von gerechtfertigten Überzeugungen geht entweder endlos weiter (es wird immer eine neue, noch nicht da gewesene Überzeugung gegeben) oder sie mündet in einen Zirkel (es wird eine schon in der Kette vorhandene Überzeugung angegeben). Oder sie endet mit einer ungerechtfertigten Überzeugung oder einer Überzeugung, die unmittelbar gerechtfertigt ist.
  Rechtfertigungskette Position
1 unendlich (Infinitismus)
2 Zirkel Kohärentismus
3 ungerechtfertigte Überzeugung Kontextualismus
4 unmittelbare Überzeugung Fundamentalismus
Moser unterscheidet zur Vermeidung des Skeptizismus also vier Positionen. Üblicherweise werden hier nur drei Postionen unterschieden (moser Agrippas Trilemma), die Möglichkeiten 3 und 4 werden zusammen behandelt.
Das Traditionelle Regreß Argument (TRA) geht nun durch Elimination wie folgt vor:
Eine unendliche Rechtfertigungskette enthält nur bedingte Überzeugungen und ist daher auszusondern. Ein Zirkel ist epistemisch abzulehnen, da – Transitivität der Rechtfertigungsbeziehung vorausgesetzt – sich eine Überzeugung selbst rechtfertigen würde. Endet die Rechtfertigungskette in einer ungerechtfertigten Überzeugung, ist nicht zu sehen, wie dies eine Überzeugung zu Beginn der Kette überhaupt rechtfertigen könnte. Somit bleibt nur die vierte Möglichkeit und der Skeptizismus übrig. Da es aber gerechtfertigte Überzeugungen gibt, scheidet der Skeptizismus ebenfalls aus.
Moser unterzieht die einzelnen Argumente des TRA einer vorläufigen Analyse. Sie stehen auf wackligen Füssen. Der Hauptteil des Werkes besteht darin, diese Argumentation zu verbessern, zu detaillieren und schließlich auch die Postion 4 abzulehnen. Er landet beim Skepizismus. Doch das ist nicht sein letztes Wort. Im längsten Kapitel 5 "Epistemic Foundationalism (II): Epistemic Intuitionism" trägt Moser seine eigene Theorie eines epistemischen Intuitionismus vor und löst damit das Problem der empirischen Rechtfertigung.
Nun mag man Moser im Kapitel 5 folgen oder nicht: die vorhergehenden Kritikpunkte der rivalisierenden Positionen sind so erhellend und instruktiv dargelegt, daß sich das Studium dieses Buches auf alle Fälle auszahlt. Jeder der eine andere Potition vertritt muß ausreichende Antworten auf Mosers kritik zur Verfügung haben.
Leider ist das Werk derzeit (8/2004) nur in Bibliotheken oder antiquarisch greifbar. Es lohnt sich!
moserPaul K. Moser Professor and Chairperson Department of Philosophy Loyola University of Chicago
Literatur
Bonjour, Laurence (1987): "Book Review: Empirical Justification. By Paul Moser". Mind 96, S. 110-113.
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Moser Paul K. Moser: Empirical Justification. Dordrecht: Reidel, 1985. Philosophical Studies Series in Philosophy Vol. 34. 263 Seiten  
moser MoserPaul K. Moser, Dwayne H. Mulder, J. D. Trout: The Theory of Knowledge. A Thematic Introduction. Oxford: Oxford UP, 1997. Broschiert, 224 Seiten moser
Paul K. Moser, Arnold Vander Nat, Hg.: Human Knowledge: Classical and Contemporary Approaches. New York: Oxford UP, 2002. 3. Auflage. Taschenbuch, 592 Seiten Moser

Paul K. Moser: Empirical Justification
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.8.2004