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Platon
Thomas Werner: Platons klare Sicht zum Himmel: Eine esoterische Analyse der platonischen Philosophie und Seelenlehre
Berlin: Frieling, 2009. Broschiert, 253 Seiten – Platon LinksPlaton Literatur
Man kann Platon – wie viele grosse Philosophen und bedeutende Werke der Literatur – auf ganz verschiedene Weise interpretieren. Darauf verweist auch Autor Thomas Werner und breitet dann seine eigene Sichtweise klar vor dem Leser aus.
Kernpunkte der Platonschen Lehre (schon da beginnt der Streit: hatte er eine? Und wenn ja, findet man sie in den überlieferten Werken oder ist dazu der Besuch der Akademie notwendig?) sind u.a.
• Die zwei Welten: unsere hiesige und die Welt der Ideen und
• die unsterbliche Seele.
Kernpunkte der Wernerschen Sichtweise auf Platon sind
• logisches Denken und
• der Funkensprung der Seele.
In der Einleitung folgt – man muss es so sagen – die übliche Begründung für die Gedankenwelt des Autors: bisher fehlt eine einheitliche Meinung zu Platon (also wird es endlich Zeit dafür). Werner liefert auch gleich die Begründung, warum das so ist: logisches Denken alleine genügt nicht, es muss der Funkensprung hinzukommen.
Da wird vieles unterstellt, was man sehr in Frage stellen kann:
• Will man eine einheitliche Meinung zu Platon? Ist es nicht vielmehr so, dass Platon zu sehr vielen unterschiedlichen Gedankenwelten den Grundstein legen kann?
• Bisher sind alle Interpretatoren Platons alleine mit logischen Denken an dessen Lehrgebäude gegangen; jetzt kommt Thomas Werner und zeigt uns, wie's mit Funkensprung geht.
Der Autor wird mit seinem Werk sowohl dem Haupttitel “Platons klare Sicht zum Himmel” gerecht als auch dem Untertitel “Eine esoterische Analyse der platonischen Philosophie und Seelenlehre”. Des Autors Sicht auf Platons Sicht wird stringent erklärt. Der grosse Vorteil des Werks ist es eine übergreifende Analyse zu Platon zu geben.
Ein durchgängig roter Faden ist: wer noch nicht die Sichtweise Werners auf Platon hat, bei dem fehlt noch die klare Sicht, bei dem fehlt der Funkensprung. Der Fehler für das mangelnde Verständnis liegt jedoch weder bei Platon noch Sokrates, sondern beim Leser (S. 14, S. 30 u.v.a.).
Dabei sind Platons Schriften keineswegs so klar. Man merkt es ziemlich schnell mit der Lektüre: Werner vertritt seine Sicht wie eine Religion. Sie wird immunisiert: wer es nicht ebenso sieht, hat die Wahrheit in Platons Lehre noch nicht erkannt.
Zwar beteuert der Autor, dass er das platonische Weltbild nicht als „das allein selig Machende“ darstellen will, gleich im nächsten Satz redet er aber von der „einen, unumstösslichen Wahrheit“, die Platon und Sokrates kundtaten (S. 15). Und – um es auch hier zu wiederholen – wer es nicht so sieht, – wer beispielsweise die zwei Weltensicht Platons nicht teilt, – der hat es noch nicht verstanden, bei dem fehlt noch der Funke.
Dabei unterlegt der Autor noch einem weiteren Trugschluss.
(1) Der Mensch weiß nicht alles, er muss sich sokratisch eingestehen, dass er vieles nicht weiß.
(2) Die Mysterien Welt und Mensch sind nicht objektiv erklärbar, sondern nur erfahrbar (S. 26).
Das folgt jedoch keinesfalls. Aus dem Zugeständnis der eigenen Unwissenheit, aus dem “Ignorabimus” folgt nicht, dass man es nie erkennen kann und erst recht nicht, dass man es mit anderen Methoden (Erfahrung; Funkensprung; innere Stimme, S. 109) erkennen kann.
Das Verdienst des Autors ist eine übergreifende Sichtweise Platons zu vermitteln. Wer ihm folgt, erhält ein geschlossenes platonisches Weltbild. Doch ist es das, was wir suchen? Thomas Werners klare Sicht auf Platon bietet dem Erkenntnis Suchenden eine Sichtweise. Zu wenig kommt zur Sprache, dass es sehr viele andere Sichtweisen auf Platon gibt, z.b. die kritische durch Karl Popper. Für einen Leser, der schon einiges von Platon gelesen hat, bietet Thomas Werner eine Gesamtschau. Man kann jedem Platons klare Sicht zum Himmel empfehlen, dann unbedingt auch kontroverse Sichtweisen zu Platon kennenzulernen. Einiges dazu folgt unter Platon Links und Platon Literatur.
Links
WernerPlatons klare Sicht zum Himmel
Platon Horn, Christoph, Jörn Müller, Joachim Söder, Hg.: Platon-Handbuch: Leben - Werk – Wirkung
Platon “Ignorabimus”
Platon: WernerBBKL BautzWernerWikipedia
Platon Platon / Sokrates und andere zum Anfang der Philosophie
Platon Karl R. Popper
Platon Rezensionen philosophischer und verwandter Bücher
Platon Schmitt, Arbogast: Die Moderne und Platon: Zwei Grundformen europäischer Rationalität
Platon Stevenson, Leslie, David Haberman: Zehn Theorien zur Natur des Menschen: Konfuzianismus, Hinduismus, Bibel, Platon, Aristoteles, Kant, Marx, Freud, Sartre, Evolutionstheorien
Platon Zitate von Platon
Literatur
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werner WernerThomas Werner: Platons klare Sicht zum Himmel: Eine esoterische Analyse der platonischen Philosophie und Seelenlehre. Berlin: Frieling, 2009. Broschiert, 253 Seiten horn
Christoph Horn, Jörn Müller, Joachim Söder, Hg.: Platon- Handbuch: Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2009. Gebunden, 537 SeitenWerner
Platon Rezension
Popper WernerKarl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons. Gesammelte Werke 5: Hubert Kiesewetter, Hg. Tübingen: Mohr Siebeck, 2003. Taschenbuch, 524 Seiten schmitt
Arbogast Schmitt: Die Moderne und Platon: Zwei Grundformen europäischer Rationalität. Stuttgart: Metzler, 2008. 596 Seiten, 2., überarb. Aufl., Erstauflage 2003.Werner
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