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Heimatzerstörung
Heimat und Heimatzerstörung
Die Themen zu Heimat und Heimatzerstörung waren bislang auf vielen Seiten verstreut.
Seit 24.11.2015 werden sie hier gebündelt.
“Weh´ dem, der keine Heimat hat”,
lautet der letzte Vers in einem Gedicht von Friedrich Nietzsche aus dem Jahr 1884.

HeimatCicero: "Patria est, ubicumque est bene"Heimat LinksHeimat Literatur

Schwere Niederlage für den Naturschutz

Die CSU-Mehrheit im Bayerischen Landtag setzte am 9.11.2017 mit einer Revision des Landesentwicklungsprogramms (LEP) den eigenen Alpenplan (der bereits ein Kompromiss zwischen Industrialisierung des ländlichen Raums und Schutz der Heimat war) außer Kraft. Heimatzerstörung und wirtschaftliche Interessen von Seilbahnbetreibern haben Vorrang. Damit ist eine Skischaukel am Riedberger Horn plan– und durchsetzbar.
Die CSU machte damit wieder eine ihrer berühmten Kehrtwenden: Die Änderung des LEPs sei ein großer Zukunftsentwurf. Der LEP war damit bislang Murks und wurde durch einen wirtschaftsfreundlichen LEP ersetzt.
Erwin Huber, CSU, verteidigte die Heimatzerstörungt: "... wir eröffnen die Tür für vernünftige Verfahren, die jetzt kommen".
Zudem beschloß die CSU, dass künftig Gewerbegebiete auch außerhalb der Ortsgebiete entstehen dürfen: ein Schlag gegen die ortsansässigen Gewerbetriebe.
Dies verteidigte Markus Söder, Finanzminister, CSU, damit, dass er das Land der Stadt angleichen will: „ .. ich will, dass Stadt und Land mehr Hand in Hand sind."
Die Naturschutzverbände kritisieren die Entscheidung und kündigten eine Klage an.

HeimatSkischaukel am Riedberger Horn kann kommen, br-online, 10.11.2017

Die CSU will im Flächenverbrauch weiter an der Spitze bleiben

Zur Bundestagswahl wurden verschiedene Politiker aus Bayern vom Bund Naturschutz befragt.
Eine Frage lautete: „In Bayern verschwinden täglich rund 18 Hektar Land unter Beton und Asphalt. Wie möchten Sie sich im nächsten Bundestag dafür einsetzen, den Flächenverbrauch einzudämmen?”
Joachim Herrmann, CSU, ging zunächst auf die Frage nicht ein, sondern lobte Bayern und die damit die CSU (Bayern und CSU sind für CSU-Politiker synonym – CSU Politiker antworten selten auf Fragen. Sie verweisen zuerst auf andere Bundesländer und loben dann die CSU). Am Ende antwortete er mit: Wir machen im Flächenverbauch so weiter.
Er antwortete konkret: „Wir stehen deshalb für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Flächenverbrauch und Umweltschutz. Dementsprechend werden wir auch die Infrastruktur in unserem Land effizient und nachhaltig weiterentwickeln.”

Natur + Umwelt, 3/2017, S. 19 – Heimatonline

Bayern bleibt Spitze im Flächenverbrauch

Immer noch ist Bayern Spitze im Flächenverbrauch. Jeden Tag werden 13,1 Hektar Landschaft in Bauland für Straßen, Gewerbegebiet, Wohnungen, ... verwandelt. Das entspricht ca. 18 Fußballfeldern.

Bauernland in Bauernhand

Bauernland in Bauernhand fordert der Bayerische Bauernverband seit Jahren. BBV-Kreisobmann Josef Bodmaier plädierte im März 2017 erneut dafür. Doch der Flächenfraß geht in Bayern weiter.
In Bayern werden täglich 18 Hektar Land der landwirtschaftlichen Produktion entzogen. Es entstehen immer neue Discounter, Autobahnen, Möbelhäuser und Straßen.
Kommerz hat Vorrang in Bayern.

Bauernland in Bauernhand - BBV-Kreisobmann Josef Bodmaier zum Flächenfraß, OVB Beilage Landwirtschaft, März 2017, S. 3
CSU-Regierung kippte den Alpenplan im bayerischen Landesentwicklungprogramm (LEP)

Die Bürger der Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang stimmten in einem Ratsbegehren für den Zusammenschluss ihrer Skigebiete am Riedberger Horn im Oberallgäu ab. Zugleich stimmten sie damit über die Einhaltung der Alpenkonvention ab. Die Bürger aus den zwei Gemeinden stimmten mehrheitlich gegen die Alpenkonvention.
Daraufhin kippte die  CSU-Regierung am 29. November 2016 den Alpenplan im bayerischen Landesentwicklungprogramm (LEP).
"Mit einem einseitigen Eingriff in die Kernzone des Alpenplans bricht Bayern internationales Recht", warnte der CSU-Umweltarbeitskreis in einer Resolution, die am 23.10.16 bei seiner Landesversammlung verabschiedet wurde. Doch das alles hinter die CSU-Regierung nicht, den Alpenplan zu verletzen.
Naturschutz und die Bewahrung der Heimat sind der CSU wenig wert, Rechtsbruch ist kein offensichtlich kein Problem.

Riedberger HornDer Alpenplan ist in Gefahr, DAV Sektion München –Riedberger Horn Rettet die Alpen, rettet den Alpenplan! Position der CIPRA-Verbände, 29.11.2016 – Pressemitteilung Nr. 337 der Bayerischen Staatskanzlei Bericht aus der Kabinettssitzung, 29. November 2016

Etwa 900 Stimmberechtigte in Bayern stimmen über die Zukunft des bayerischen Alpenraums ab

Nach der gültigen Rechtslage (Alpenkonvention, bayerischer Landesentwicklungprogramm (LEP), negative Stellungnahmen des Umweltministeriums) darf die Skischaukel-Bahn am Riedberger Horn, Allgäu, nicht gebaut werden. Teile der geplanten Skischaukel verlaufen durch die Zone C des Alpenplans. Erschließungen sind in diesem Bereich verboten.
Der Deutsche Alpenverein, die Bergwacht, alle Umweltverbände, die Skilehrervereinigung und das bayerische Umweltministerium sind gegen die Zerstörung der Alpen und gegen einen Rechtsbruch.
Doch für die CSU ist die geltende Rechtsordnung nicht verbindlich; was verboten ist gilt für Krethi und Plethi,  aber nicht für die CSU.
Auf Wunsch der Bayerischen Staatsregierung wird daher am 18. September 2016 in den Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein ein Bügerentscheid zu den Skischaukel-Plänen am Riedberger Horn und damit über die Geltung der Alpenkonvention durchgeführt. Etwa 900 Stimmberechtigte in zwei Gemeinden entscheiden über Gesetze und Verordnungen, die den gesamten bayerischen Alpenraum betreffen.

Riedberger HornWANDERER WOLLEN NATUR UND KEINE SKISCHAUKEL AM RIEDBERGER HORN - Riedberger HornSKISCHAUKEL RIEDBERGERHORN
Für Markus Söder ist der ländliche Raum in Bayern Käse – Markus Söder, CSU, will den  ländlichen Raum von der „Käseglocke” befreien

Der CSU Ministerrat beschloß am Dienstag, 12. Juli 2016,  die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP). Gewerbeansiedlungen sollen erleichert werden.
Der sogenannte Heimatminister Markus Söder, CSU, dazu:

"Der ländliche Raum gehört nicht unter eine Käseglocke,
sondern ist Lebens- und Zukunftsraum, der entwickelt und gestärkt werden soll."


Künftig sind große Gewerbe- und Industriegebiete auf der grünen Wiese auch abseits von Orten an Autobahnen und Bundesstraßen erlaubt.
Anscheinend sieht Markus Söder über dem ländlichen bayerischen Raum bisher eine Käseglocke. Er will sie durch noch stärkere Gewerbeansiedlungen auch auf freiem Feld beseitigen. Durch stärkere Verbauung werden künftige Hochwasserfluten wie im Jahre 2016 in Simbach erleichtert. Vielleicht erhofft sich Söder, dass die Wasserfluten die von ihm festgestellte Käseglocke über dem ländlichen Raum in Bayern, hinwegschwemmen. 
Bayern ist seit langem Spitzenreiter im Flächenverbrauch unter den deutschen Bundesländern. Täglich werden ca. 18 Hektar Bodenfläche (etwa 25 Fußballfelder) zugebaut. Das wird sich noch steigern lassen, wenn sich die CSU wieder einmal bei der Zerstörung unserer Heimat („Käseglocke”) durchsetzt.
Der Landtag muss noch zustimmen. Wetten, der stimmt glatt zu?
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Annette Karl sieht keine Käseglocke über dem bayerischen Raum. Sie befürchtet: "Wild wuchernde Gewerbeflächen verschandeln das Gesicht Bayerns und helfen den Kommunen in ihrer Entwicklung nicht weiter".

KäseglockeDroht Bayern die Zersiedelung? OVB, 13.7.2016, S. 1 – PM SPD Landesentwicklungsprogramm bringt nur Titel ohne Mittel, 12.7.2016 – KäseglockeFlächenverbrauch in Bayern
Vertreter von Bayerns Staatspartei CSU reden gerne und häufig von Heimat. Es gibt sogar ein Heimatministerium; der Bund Naturschutz bezeichnete es als "Heimatzerstörungsministerium". Der Geburtsfehler dieses Ministerium: es hat den Widerspruch schon in der Bezeichnung: Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat; unter Landesentwicklung versteht die CSU meist Zerstörung der Heimat. Erster Heimatzerstörungsminister: Markus Söder, CSU.
Im Grundsatzprogramm der CSU steht:
  • „Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen ist ein Herzstück christlich-konservativer Politik.”
    Dieses sogenannte Herzstück wird allzuoft ignoriert. Oder die CSU betreibt keine christlich-konservative Politik. Der Diridari (Finanzen, siehe oben, die genaue Bezeichnung des sogenannten Heimatministeriums) hat Vorrang.
  • „Die CSU sieht in der Zukunftsgestaltung der Heimat eine besondere bayerische Verpflichtung”
    Die Zukunftsgestaltung der CSU zerstört oft unsere Heimat.
Nun könnte man einwenden: Vielleicht bedeutet den CSU-lern Bayern nicht Heimat!? Doch auch hier widersprechen die Worte den Taten. Die CSU-Seite "Für eine gute Zukunft Bayerns"
  • beginnt mit: "Bayern ist unsere Heimat". Also doch! Warum dann zerstören?
  • endet mit Horst Seehofer, CSU: "Mein Herz gehört Bayern. Mein Herz schlägt für Bayern." Erneut die Frage: warum dann zerstören?
Wenn Sprache Heimat ist, dann ist die CSU auch an deren Verhunzung beteiligt: Heimat Bavaria Goes English (or is it American?) - Die Verhunzung der bairischen Sprache durch die Bayerische Staatsregierung, CSU und andere
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Heimat HeimatBund Naturschutz in Bayern. Hg.: Achtung Heimat: Bayerns Natur neu entdecken. München: Bund Naturschutz, 2013. Gebunden, 376 Seiten Egger
Simone Egger: Heimat: Wie wir unseren Sehnsuchtsort immer wieder neu erfinden. Riemann, 2014. Gebunden, 320 Seiten Heimat
Gebhard HeimatGunther Gebhard, Oliver Geisler, Steffen Schröter, Hg.: Heimat: Konturen und Konjunkturen eines umstrittenen Konzepts. transcript, 2007. Broschiert, 202 Seiten Heinze
Martin Heinze, Dirk Quadflieg, Martin Bührig, Hg.: Utopie Heimat. Psychiatrische und kulturphilosophische Zugänge. Parados, 2006. Broschiert, 250 Seiten Heimat
Hemel
HeimatUlrich Hemel, Jürgen Manemann, Hg.: Heimat finden - Heimat erfinden: Politisch-philosophische Perspektiven. Wilhelm Fink, 2017. Taschenbuch, 201 Seiten Henkel
Gerhard Henkel: Rettet das Dorf!: Was jetzt zu tun ist. München: DTV, 2016. Gebunden, 304 Seiten Heimat
Medicus HeimatThomas Medicus: Heimat: Eine Suche. Berlin: Rowohlt, 2014. Gebunden, 288 Seiten Menasse
Robert Menasse: Heimat ist die schönste Utopie: Reden (wir) über Europa. Berlin: Suhrkamp, 2014. Taschenbuch, 176 SeitenHeimat
Musali HeimatBettina Musall, Hg.: Heimat. Spiegel Wissen 6/2016. Spiegel, 2016. Broschiert, 112 Seiten

Naprushkina HeimatMarina Naprushkina: Neue Heimat? Wie Flüchtlinge uns zu besseren Nachbarn machen. Europa, 2015. Taschenbuch, 240 Seiten. Heribert Prantl (Vorwort) Otto
Almut Otto, Sonja Herpich: Heimatrauschen: Bavarian Street Style, bayerische YouTuber und mehr. Menschen, Traditionen, Geschichten und Orte in Bayern. Als Ausflugstipps, Mitmachaktionen und Sehenswürdigkeiten. Berg, 2015. Broschiert, 192 Seiten Heimat
Prantl HeimatHeribert Prantl: Kindheit. Erste Heimat: Neue Denkanstöße. Süddeutsche Zeitung, 2015. Gebunden, 170 Seiten Reitz
Edgar Reitz: Heimat - Eine deutsche Chronik. Die Kinofassung: Das Jahrhundert-Epos in Texten und Bildern. Schüren, 2015. Gebunden, 544 Seiten Heimat


Schlaug
Robert Schlaug, Hg. & Fotograf: Bayerns Schattenseite: Flächenverbrauch ohne Ende? Philipp Schmidt, 2015. Gebunden, 148 Seiten Heimat
Schleich HeimatHelmut Schleich, Thomas Merk: Daheim is ned dahoam. Bayerische Ein- und Durchblicke. LangenMüller, 2013. Gebunden, 192 Seiten Tuercke
Christoph Türcke: Heimat: Eine Rehabilitierung. Dietrich zu Klampen, 2006. Gebunden, 80 Seiten Heimat
Wieland HeimatDieter Wieland: Gebaute Lebensräume. Manuscriptum, 2009. Taschenbuch, 80 Seiten Wieland

Dieter Wieland, Peter M. Bode, Rüdiger Disko: Grün kaputt. Raben, 1992. Broschiert, 213 Seiten Heimat
Zehetmair HeimatHans Zehetmair, Helmut Zöpfl, Hg.: Heimat heute. Rosenheim: Rosenheimer, 1989. Gebunden, 168 Seiten Zöller
Renate Zöller: Was ist eigentlich Heimat? Annäherung an ein Gefühl. Berlin: Links, 2015. Broschiert, 232 Seiten Heimat
Heimat Anfang

Heimatzerstörung
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.11.2017