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Pseudowissenschaft Astrologie
Auszug: Uwe Diedrichsen. Einführung in das wissenschaftliche Denken. Düsseldorf, 1970,
zur Astrologie
"Eine Pseudowissenschaft ist auch die Astrologie, nämlich der Versuch, Wesen und Schicksal der Menschen aus den Stellungen der Gestirne zu deuten. Eine solche Sterndeutung muß voraussetzen, daß zwischen den Bahnen der Gestirne und irdischen Vorgängen ein Kausalzusammenhang besteht. In der Tat erzählt man sich einige höchst überraschende Voraussagen. So soll der französische Astrologe Nostradamus (1503-1566) Heinrich II. den für einen König recht seltsamen Tod in einem Duell vorausgesagt haben; in einem Turnier wurde Heinrich II. dann tatsächlich 1559 durch einen Lanzenstich ins Auge tödlich verwundet. Der dänische Astronom Tycho Brahe (1546-1601) sagte einem Sohn des dänischen Königs für das 18. Lebensjahr aus der ungünstigen Stellung von Saturn eine ungeheure Lebensgefahr durch Krankheit voraus, während ihm für dieselbe Zeit die Venus günstig stand. In seinem 18. Lebensjahr reiste der junge Prinz zu seiner Vermählung mit einer Tochter des Zaren nach Moskau, starb dort aber, ohne seine Braut kennengelernt zu haben. Daß die Astrologie im Ernst nicht als Wissenschaft angesehen werden kann, leuchtet allein schon deswegen ein, weil es natürlich reine Willkür ist, die Planeten mit bestimmten Wesenskräften in Verbindung zu bringen. Es besteht kein zwingender Grund, den Merkur mit dem Intellekt oder den Mars mit der Aktivität und dadurch mit dem Krieg in Beziehung zu bringen. Daß von einer „wissenschaftlichen Astrologie” nicht gesprochen werden kann, bringt jener Weise klug zum Ausdruck, der einmal sagte, er könne zwar verstehen, wie die Astronomen die Größe und Entfernung der Sterne berechneten, er würde jedoch nie begreifen, wie sie es fertigbrächten herauszubekommen, wie die Sterne heißen."
Uwe Diedrichsen. Einführung in das wissenschaftliche Denken. Düsseldorf, 1970. S. 119
 

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