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Absurdität
Argument mit der Absurdität des Lebens ohne Gott – Argument from absurdity
absurd Linksabsurd Literatur
Eine allgemeine Argumentationsstrategie ist die Argumentation mit der Absurdität einer Schlussfolgerung (siehe Four Argument Strategies). Sie ist eigentlich eine Reductio ad absurdum. Man stellt eine Argument auf, das zu einer absurden Folgerung führt. Wenn das Argumentationsschema gültig ist, muss daher eine der Prämissen verworfen werden. Man kann aber unter diesem Argumentationsschema auch eine direkte Bezugnahme auf die Absurdität oder Sinnlosigkeit verstehen, so wie es Pauls im 1. Korintherbrief anwandte.
Biblisches Argument
Ein neutestamentliches Argument dieser Form brachte schon Paulus im 1. Korintherbrief.

„Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.
Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.“ 1 Kor 15,13-14

Da der Antezendens der ersten Prämisse – nach allem was wir wissen und überall sehen – hoch wahrscheinlich érscheint, ist dieses Argument schlüssig.
Argument mit der Absurdität
Sehr oft wird auch das folgende Argument mit dem Sinn des Lebens oder Universums aufgetischt.

(1) Wenn Gott nicht existiert, dann ist die Welt und das menschliche Leben sinnlos und absurd.
(2) Die Welt und das menschliche Leben sind nicht sinnlos und absurd.
(3) Daher: Gott existiert.

Das Argument ist gültig.
Bei der Prüfung auf Schlüssigkeit muss man allerdings aufpassen, dass man die Bedeutung der Ausdrücke konstant hält. Dazu muss man sich zwischen diesen (oder noch anderen vorstellbaren) Lesarten entscheiden:

a) Die Welt und das menschliche Leben sind {zunächst / per se} sinnlos und absurd.
b) Die Welt und das menschliche Leben sind immer sinnlos und absurd.
c) Die Welt und das menschliche Leben sind nur derzeit für mich sinnlos und absurd.

In Lesart a) ist Prämisse (2) falsch. In Lesart b) ist  Prämisse (2) nicht nur falsch, sondern sogar widersprüchlich. In Lesart c) ist Prämisse (1) extrem fragwürdig. Warum sollte, wenn Gott nicht existiert, gerade jetzt für mich die Welt und das menschliche Leben sinnlos und absurd sein, zu anderen Zeitpunkten aber nicht? Es ist vielmehr so: Auch wenn Gott nicht existiert, kann ich mir jetzt einen Lebenssinn geben.
In keiner durchgehenden Lesart ist das Argument daher schlüssig.
Eng verbunden mit der hier besprochenen Argumentation ist das Argument:
Keine Religion —> keine Moral, siehe absurd Links
Links
SinnWilliam Lane Craig: Die Absurdität des Lebens ohne Gott
William Lane Craig: The Absurdity of Life Without God – Sinn1Sinn2
SinnFour Argument Strategies
absurd Glaubensargumente unterschiedlicher Art
absurd Glück – Sinnabsurd Linksabsurd Literatur, zusätzlich zur hier aufgeführten
absurd Gottesbeweise: Links und Literatur
absurd Keine Religion —> keine Moral
SinnSinn des Lebens – Wikipedia
SukoppThomas Sukopp: "Die Frage nach dem Sinn des Lebens ...Standpunkte zwischen Verzweiflung und Gewissheit"
absurd Themen der Philosophie, Probleme, Thesen
absurd Anmerkungen zur Rhetorik und informalen Argumentationstheorie
Literatur
Miles, Tim (2012): “The Argument from Absurdity: A Dialogue Between an Atheist and Believer“. Think 11, S. 93-101.
Russell, Bertrand (1925): “Why I am not a Christian“. In: Why I Am Not a Christian and Other Essays. New York: Simon & Schuster, 1957 – Russellonline
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wessels Fehige Christoph Fehige, Ulla Wessels, Hg.: Der Sinn des Lebens. München: Dtv, 2000. Taschenbuch, 576 Seiten Garcia
Robert K. Garcia, Nathan L. King, Hg.: Is Goodness Without God Good Enough? A Debate on Faith, Secularism, and Ethics. Rowman & Littlefield, 2008. Taschenbuch, 220 Seiten Garcia
Kane KaneRobert Kane: Through the Moral Maze: Searching for Absolute Values in a Pluralistic World. Paragon, 1994. Gebunden, 251 Seiten Kane
Robert Kane: Through the Moral Maze: Searching for Absolute Values in a Pluralistic World. Sharpe, 1996. Taschenbuch, 264 Seiten Kane
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Absurdität
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 23.2.2012