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Wolfgang Stegmüller
Zitate von Wolfgang Stegmüller
wolfgang Philosoph Wolfgang Stegmüller
Über religiöse Aussagen:
„Diese Aussagen sind dort keineswegs hypothetische Annahmen, sondern werden als gewisse Sätze hingestellt. Damit kehrt sich aber das obige Verhältnis um: nicht in der Religion wird »bloß geglaubt«, in der Wissenschaft hingegen »gewußt«, sondern umgekehrt begnügt man sich in der Wissenschaft meist mit einem hypothetischen, vorläufigen Glauben – wenn auch, wie wir erkannt haben, einiges weniger gewußt werden muß – während innerhalb der Religion sehr vieles in theoretischen Aussagen Formulierbare als sicheres Wissensgut auftritt. Denn was gewiß ist, wird sprachüblich als Wissen bezeichnet. Man könnte daher mit mehr Berechtigung die obige Formulierung umkehren und sagen: in der Wissenschaft wird geglaubt, in der Religion weiß man (oder.Behauptet man, zu wissen).” (S. 211-212)

Die Philosophen „müssen gleicherweise der Tradition im Sprachgebrauch und sachlichen Problemen gerecht werden” (S. 450).

„Metaphysik kann man nur mit anderer Metaphysik bekämpfen” (S. 452)

„Der Empiriker braucht darüber hinaus Zusatzevidenzen, sonst verflüchtigt sich seine blutvolle Erfahrungswissenschaft in einen gespensterhaften Kalkül” (S. 454)

Metaphysik, Skepsis, Wissenschaft. Zweite, verbesserte Auflage. Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 1969
"Ich glaube nicht etwas so lange, bis ich vom Gegenteil überzeugt werde, sondern ich glaube solange nicht, als ich keine positiven Gründe dafür habe. Mit solchen positiven Gründen nehmen wir es häufig aber nicht so ernst; es genügt uns oft, daß ein Anderer uns etwas mitteilt, um es ohne weitere Prüfung zu glauben". S. 518
"Philosophische Differenzen bestehen selten in einer Verschiedenheit theoretischer Anschauungen, weit Häufiger entspringen sie ienm Unterschied im ersten Ansatz, einer Verschiedenartigkeit der Methode des Zugangs zu den Problemen."
"Glauben, Wissen und Erkennen".Zeitschrift für philosophische Forschung 10 (1956), S. 509-549
Der moderne Mensch ist ganz allgemein skeptischer eingestellt als der Mensch der Antike und des Mittelalters. Es fehlt ihm jene naiv-gläubige Haltung, die das Fundament aller Religionen und damit auch der Metaphysik bildet; denn fast jede Metaphysik hat entweder direkt eine religiöse Grundlage oder leitet sich doch historisch aus einem rational nicht weiter zu rechtfertigenden Glauben ab.
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie I, 6.Auflage, S. xxx
Wenn an früherer Stelle gesagt wurde, daß in der Gegenwart das Interesse an der Metaphysik abgenommen habe, so betrifft dies nur die Metaphysik, welche in Aussagen formuliert ist, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben. Jenes »metaphysische Bedürfnis«, aus dem die Fragen nach dem Sinn der Welt und des menschlichen Daseins entspringen, ist hingegen in der Gegenwart besonders groß, mögen nun diese Fragen explizit gestellt oder, was häufiger ist, als eine den Ablauf des Alltags begleitende Last empfunden werden. [...]
So wie für den Menschen der Gegenwart Metaphysik und Glaube aufgehört haben, etwas Selbstverständliches zu sein, so hat auch die Welt für ihn ihre Selbstverständlichkeit verloren. Noch nie in der Geschichte ist das Bewußtsein der Rätselhaftigkeit und Fragwürdigkeit der Welt so groß und so vorherrschend gewesen wie heute, noch nie vielleicht andererseits die an den Menschen ergehende Forderung so groß, angesichts der wirtschaftlichen, politischen, sozialen, kulturellen Problematik des heutigen Gesellschaftslebens eine klare Stellung zu beziehen. Wissen und Glauben kommen nicht mehr dem existenziellen Bedürfnis und den Lebensnotwendigkeiten nach.
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie I, 6.Auflage, S. xxxvii
Wenn ein Skeptiker sagt, er verstehe etwas nicht, so ist dies nur eine höfliche Umschreibung seiner Auffassung, auch niemand anderer verstehe es.
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie II, 8.Auflage, S. 237
Wenn man nach den beiden einflußreichsten philosophischen Werken dieses Jahrhunderts gefragt wird, so muß die Antwort wohl lauten:
Wittgensteins Philosophische Untersuchungen und Quines Word and Object.
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie II, 8.Auflage, S. 224
Zum metaphysischen Realismus:
"Wenn jemand einen unendlichen Geist zu Hilfe nehmen muß, und zwar nicht etwa erst, um etwas zu begründen, sondern bereits, um sagen zu können, was er meint, so ist dies ein sicheres Anzeichen dafür, daß an der Sache etwas faul ist."
"Evolutionäre Erkenntnistheorie, Realismus und Wissenschaftstheorie". In: Spaemann, Robert, Peter Koslowski, Reinhard Löw, Hg.: Evolutionstheorie und menschliches Selbstverständnis. Zur philosophischen Kritik eines Paradigmas moderner Wissenschaft, S. 23 – wolfgang Rezension
 

Stegmüller
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 26.1.2015